Mittwoch, 31. Dezember 2014

24 Stunden Schwimmen in Haar 2014

Bei meiner zweiten Teilnahme beim 24h Schwimmen in Haar bei München wollte ich dieses Jahr die 30 Kilometer Marke anpeilen. Dies hatte ich bei meinem Bericht 2013 gegen Ende bereits angekündigt. Dieses Jahr fand der Event allerdings schon Ende Oktober während der Zeitumstellung auf Winterzeit statt. Daher blieb nach dem Berlin Marathon nicht viel Zeit zur Vorbereitung.

Wenig los am Anfang
Start war um 13 Uhr. Ursprünglich wollte ich nicht gleich ins Wasser, aber da nur wenige Schwimmer auf der Bahn waren, entschloss ich mich kurzfristig um und ich stieg um 13:15 Uhr ins Wasser. Leider blieb es nicht so ruhig auf der Bahn und es war dann doch mal wieder sehr viel los. Ich kam zwar gut voran, aber leider musste ich immer wieder einige langsamere Schwimmer überholen, was auf einer 25 m Bahn Vollgas schwimmen heißt. Dies kostete mich einiges an Kraft, was ich im weiteren Verlauf noch zu spüren bekam. Ich schwamm 8 km am Stück in 2:32h.

Danach gönnte ich mir eine Pause bis kurz nach 18 Uhr. Etwas schlafen, etwas essen und ich fühlte mich gestärkt für die nächste Wassereinheit. Die Bahn war angenehm befüllt, sodass man gut in seinem Tempo schwimmen konnte. Recht bald merkte ich, dass meine Arme schwer wurden und ich nur noch mit wenig Kraft durch das Wasser zog. Da ich noch relativ gut vorwärts kam und auch noch einige Stunden vor mir lagen, verzichtete ich auf einen größeren Krafteinsatz. Außerdem bekam ich Kopfschmerzen, auf deren Ursache ich erst später kommen würde. Nach 2 Stunden und 5,5 km stieg ich wieder aus dem Wasser.

Erstmals setzte der Veranstalter auf eine elektronische Zählkarte. Jeder der Schwimmer hatte eine Startnummer und bei der Zuteilung zu einer Schwimmbahn erhält er eine Badekappe mit einer aufgedruckten Nummer. Diese Nummer erscheint dann auf dem Tablet des Zählers und erst ab dann ist eine Zählung möglich. Im Pausenraum befand sich ein Notebook mit Beamer, auf dem der aktuelle Stand in Echtzeit angegeben wurde. So hatte man immer einen guten Überblick, über den Stand der Dinge.

Die Bahnzähler konnten dieses Jahr mit Tablets die Strecken zählen
Nach einer Stärkung am Kiosk wollte ich mich eigentlich nochmal hinlegen, aber auf dem Weg zu meinem Platz sah ich Sigi Maus in voller Laufbekleidung ihre Laufschuhe schnürend. Etwas erstaunt setzte ich mich zu ihr und wir quatschten eine lange Zeit. Sie wollte doch tatsächlich nach keine Ahnung wie vielen Kilometern im Wasser in der Nacht bei dem Bestzeitenmarathon in München den Marathon laufen. Ein Wahnsinn, aber irgendwie sind wir ja alle auf die eine oder andere Art und Weise verrückt.

Schöne Aufnahme von Sabine      (c) Gigke-cee
Ganz selten, dass es mal eng wurde. Zum Glück ist nichts passiert.       (c) Gigke-cee

Kurz nach Mitternacht stieg ich wieder ins Wasser. Schon bald bekam ich erneut Kopfschmerzen. Zuerst dachte ich, dass es an der Schwimmkappe lag. Ich zog die Kappe nun nicht mehr über die Ohren, wodurch der Druck etwas abnahm, sich aber nicht auf die Kopfschmerzen auswirkte. Danach lockerte ich die Schwimmbrille und daraufhin waren auch die Kopfschmerzen besser geworden. Allerdings machte sich dann auch die Chlorbelastung wieder bemerkbar. Es war zwar nicht so schlimm wie im vergangenen Jahr, aber trotzdem noch unangenehm. Ich half mir mit Salbeibonbons, die ich in den Pausen lutschte. Nach 2:36h und 6,5 km verließ ich kraftlos in den Armen das Becken.

      (c) Gigke-cee
Ich kuschelte mich in meinen Schlafsack und schlief sofort ein. Gegen 6 Uhr wachte ich auf und überlegt, wie es nun weiter gehen sollte. Ich war 20 km geschwommen. Es fehlten noch 10 km bis zum selbstgesteckten Ziel. So richtig glaubte ich nicht mehr dran, die 30 km zu schaffen, aber mit 25 km würde ich auch zufrieden sein. Mit diesem Plan stand ich auf und frühstückte.

Kurz vor 8 stieg ich wieder ins Wasser. Ich hatte noch 4 Stunden Zeit und schwamm so locker wie möglich los. Hamza war natürlich immer noch im Wasser. Immer wieder trank ich etwas und aß ein paar Kekse. Langsam aber sicher sammelte ich Kilometer um Kilometer ein.

Hamza hatte die 50 km voll gemacht. Ich dagegen war erst bei 25 km angekommen.
Nachdem das obige Foto gemacht wurde, meine Hamza, dass er noch 2 km macht. Nachdem ich mich noch soweit frisch fühlte, wollte ich diese 2 km wenigstens noch mitnehmen. Bei den 27 km angekommen machte ich eine längere Pause und überlegte. Ich hatte noch etwas über eine Stunde Zeit. Dies könnte für 3 km reichen. Mit frischem Ehrgeiz ging ich die letzten Kilometer an und machte die 30 Kilometer drei Minuten vor dem Ende der Veranstaltung fertig. Ich war geschafft und glücklich, diese Marke geknackt zu haben. In dieser letzten Einheit schwamm ich 10 km in unter 4 Stunden.

Kurz vor der Veranstaltung sah ich einen FB-Eintrag von Vera, die noch Schwimmer für ihre Mannschaftsmeldung suchte. Ich meldete mich bei ihr und so schwamm ich für das A-Team mit.
Wir erreichten den 2. Platz und bekamen einen schönen Pokal, den Vera mir freundlicherweise überließ. Seit dem steht er in meinem Regal, wo noch viel Platz für weitere Pokale ist. :-)

2. Platz bei der Team-Wertung mit dem A-Team. :-)

Diesen schönen Pokal durfte ich mitnehmen. Danke Vera.
Es war wieder eine tolle Veranstaltung und irgendwie machen die 24h Schwimmen Spaß. Mal schauen, ob ich diesen Winter nochmal bei sowas mitmache.