Sonntag, 24. August 2014

Wettkampfbericht Altmühltrail - Genusslauf am Limit

Eigentlich war ich noch gar keinen richtigen Trail gelaufen, aber der Reiz bei der ersten Ausgabe des Altmühltrails in meiner Heimat mit dabei zu sein, war dann doch zu groß. Mit 22 km und 400 Höhenmetern sollte es auch für mich machbar sein. So machte ich mich Samstag Abend auf den Weg nach Treuchtlingen zu meinen Eltern und holte mir zuvor noch die Startunterlagen ab.

Im Vorfeld fand ich noch heraus, dass Daniel vom Laufblog 42.einsneunfünf.de auch mitlaufen würde.
Schön wäre es noch gewesen, wenn Alexander aus Weißenburg noch mit gelaufen wäre. Da aber die Strecke genau an einem Haus vorbei führt, würde er uns anfeuern.

2x Daumen hoch - Daniel rechts, ich links    (c) runnersworld.de

Kurz nach 8 Uhr am Sonntag Morgen fuhr mich mein Vater nach Weißenburg zum Start am Schulzentrum. Die Gegend kannte ich noch zu gut von meiner Schulzeit. Ich lief mich kurz ein und traf Daniel kurz vor dem Start.

Der Start zum Altmühltrail     (c) runnersworld.de
Wir machten uns gemeinsam auf den Weg und Alexander hielt sein Versprechen an der Strecke zu stehen. Bis dahin war noch alles einfach, aber der erste Anstieg sollte nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Alexander ganz links - wo ist die Laola Welle?   (c) trailrunning.de
Nach 2 Kilometern ging es dann ganz gewaltig nach oben. Zuerst konnten wir den Anstieg noch laufend nehmen, aber mit zunehmender Steigung und den noch kommenden Höhenmetern, gingen die meisten Teilnehmer den Anstieg hoch. In diesem ersten Anstieg gab es dann auch schon die erste von 5 Genussstationen mit Fruchtsäften aus der Region. Nach nicht einmal 3 Kilometern etwas sehr früh, sodass wir die Station einfach ausgelassen haben.

Der erste Anstieg mit Serpentinen hoch   (c) trailrunning.de
Anschließend ging es weiter durch schmale Waldpfade und es machte richtig Spaß zusammen mit den anderen Läufern diese Single-Trails entlang zu laufen.

Schöne Single-Trails durch den Wald bei Weißenburg   (c) trailrunning.de

Schöne Single-Trails durch den Wald bei Weißenburg   (c) trailrunning.de
Ein schöner Streckenabschnitt war kurz vor der zweiten Genusssstation, bei der es über einige Wiesen und schöne Feldwege ging. Zu dem Zeitpunkt begleitete uns Anton Lautner von trailrunning.de, der viele tolle Fotos von Daniel und mir machte.

Am Wald entlang   (c) trailrunning.de

Quer über die Wiesen    (c) Daniel Platl
Über einen kleinen Bach   (c) trailrunning.de

Weiter durch schöne Landschaft  (c) trailrunning.de

   (c) trailrunning.de

2. Verpflegung: Wasser gegen die Hitze    (c) trailrunning.de
An der 2. Genussstation hätte es fränkische Bratwürste gegeben. Nicht gerade die optimale Verpflegung, aber probiert hätte ich es allemal. Leider hab ich nur die Wasserstation gesehen, was aber bei der Hitze genau richtig war. Leider gab es kein Isogetränk und ein Gel hatte ich auch nicht mit. Nach ein paar Meter gehen, lief Daniel gleich wieder an.

Rauf zur Kirche    (c) trailrunning.de

Und danach wieder runter   (c) Daniel Platl
Wenig Schatten auf dem Abschnitt    (c) trailrunning.de

    (c) trailrunning.de

Kurz vor dem letzten großen Anstieg    (c) trailrunning.de
War selbst gehend sehr anstrengend     (c) Daniel Platl
Der Anstieg schaffte uns alle, wobei einige doch noch laufen konnten
Oben in Geislohe endlich angekommen, gab es dann die 3. Genussstation mit Wasser, Bananen und frischen Striezeln. Einen Striezel nahm ich mir mit und aß diesen auf den nächsten Kilometern. Daniel ließ vom Tempo her nicht nach und ich konnte noch mithalten, aber es wurde immer schwerer für mich.

Ein Striezel als Wegzehrung
Die Laufwege waren immer gut ausgeschildert und abwechslungsreich ging es weiter Richtung Pappenheim.

    (c) trailrunning.de

    (c) trailrunning.de
An der 4. Genussstation gab es wieder Wasser und Kirschen, die sehr lecker schmeckten. Leider war ich zu dem Zeitpunkt schon gut paniert, sodass ich die Kirschen nicht wirklich genießen konnte. Ein Gel hätte mir jetzt noch gut getan und ich ärgerte mich, dass ich das eingeplante Rettungsgel nicht mitgenommen hatte.

Die 5. und letzte Genussstation kam kurze Zeit später in Pappenheim, bei der es geräucherten Fisch gab. Ob ich das vertragen hätte kann ich nicht sagen, aber ich habe es gar nicht erst versucht, dann nach Fisch war mir gerade überhaupt nicht.

Mit dem Abstieg von Pappenheim runter ins Altmühltal wurde es noch einmal anstrengend. Der Weg ging extrem steil nach unten und zum festhalten gab es auch nichts. Ich war froh, dass ich diesen Abschnitt ohne großen Ausrutscher heil überstand.

Nach knapp 20 Kilometer war der Abstieg von Pappenheim eine Herausforderung      (c) Altmühltrail.de
Kurz vor dem letzten Anstieg noch für die Kamera posen     (c) runnersworld.de
Der letzte Anstieg - die "Wand von Treuchtlingen"    (c) trailrunning.de
Nach dem letzten Anstieg, der "Wand von Treuchtlingen" hätte ich nur noch ein paar hundert Meter zum Haus meiner Eltern gehabt. Da fiel es mir schon schwer, in die andere Richtung zu laufen. Jetzt noch einen steileren Berg hinab und dann den letzten Kilometer noch an der Altmühl entlang zum Ziel. Genau bei der Überquerung der Brücke über die Altmühl knockte mich ein Seitenstechen aus und Daniel zog davon. Ich drosselte mein Tempo und der Schmerz wurde weniger. Ich lief das geringere Tempo weiter und war froh, dass das Ziel nicht mehr weit war.

Endlich im Ziel - vor einem Kilometer war ich nicht so entspannt       (c) trailrunning.de


Mein Zieleinlauf - Danke an die Zeitmessung von SAS für das Video.

Die Zielverpflegung fiel zwar etwas mager aus, aber mit einem leckeren Kaffee und Kuchen bei meinen Eltern auf der Terrasse war die Auffüllung der leeren Speicher kein Problem.

Danke an Daniel, dass Du das Tempo immer so hoch gehalten hast. Eigentlich wollte ich nicht so schnell laufen und es wirklich als Genusslauf ansehen, aber hinterher war ich dann doch froh, dass es wieder mal ans Limit ging. Bis heute habe ich noch keine Erklärung, woher das Seitenstechen auf den letzten Metern kam. Ich vermute mal, dass durch die wenige Energieaufnahme meine Vorräte aufgebraucht waren und es deshalb auftrat. Ein oder zwei Gels dazwischen hätten mir sicherlich sehr gut getan. Schön, dass ich diese Erfahrung machen konnte.

Trailrunning macht wirklich Spaß und ich werde sicherlich zukünftig öfter auch mal abseits der Straßen auf engen Wegen laufen. Ich hoffe auch, dass es nächstes Jahr erneut einen Altmühltrail geben wird.

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