Mittwoch, 31. Dezember 2014

24 Stunden Schwimmen in Haar 2014

Bei meiner zweiten Teilnahme beim 24h Schwimmen in Haar bei München wollte ich dieses Jahr die 30 Kilometer Marke anpeilen. Dies hatte ich bei meinem Bericht 2013 gegen Ende bereits angekündigt. Dieses Jahr fand der Event allerdings schon Ende Oktober während der Zeitumstellung auf Winterzeit statt. Daher blieb nach dem Berlin Marathon nicht viel Zeit zur Vorbereitung.

Wenig los am Anfang
Start war um 13 Uhr. Ursprünglich wollte ich nicht gleich ins Wasser, aber da nur wenige Schwimmer auf der Bahn waren, entschloss ich mich kurzfristig um und ich stieg um 13:15 Uhr ins Wasser. Leider blieb es nicht so ruhig auf der Bahn und es war dann doch mal wieder sehr viel los. Ich kam zwar gut voran, aber leider musste ich immer wieder einige langsamere Schwimmer überholen, was auf einer 25 m Bahn Vollgas schwimmen heißt. Dies kostete mich einiges an Kraft, was ich im weiteren Verlauf noch zu spüren bekam. Ich schwamm 8 km am Stück in 2:32h.

Danach gönnte ich mir eine Pause bis kurz nach 18 Uhr. Etwas schlafen, etwas essen und ich fühlte mich gestärkt für die nächste Wassereinheit. Die Bahn war angenehm befüllt, sodass man gut in seinem Tempo schwimmen konnte. Recht bald merkte ich, dass meine Arme schwer wurden und ich nur noch mit wenig Kraft durch das Wasser zog. Da ich noch relativ gut vorwärts kam und auch noch einige Stunden vor mir lagen, verzichtete ich auf einen größeren Krafteinsatz. Außerdem bekam ich Kopfschmerzen, auf deren Ursache ich erst später kommen würde. Nach 2 Stunden und 5,5 km stieg ich wieder aus dem Wasser.

Erstmals setzte der Veranstalter auf eine elektronische Zählkarte. Jeder der Schwimmer hatte eine Startnummer und bei der Zuteilung zu einer Schwimmbahn erhält er eine Badekappe mit einer aufgedruckten Nummer. Diese Nummer erscheint dann auf dem Tablet des Zählers und erst ab dann ist eine Zählung möglich. Im Pausenraum befand sich ein Notebook mit Beamer, auf dem der aktuelle Stand in Echtzeit angegeben wurde. So hatte man immer einen guten Überblick, über den Stand der Dinge.

Die Bahnzähler konnten dieses Jahr mit Tablets die Strecken zählen
Nach einer Stärkung am Kiosk wollte ich mich eigentlich nochmal hinlegen, aber auf dem Weg zu meinem Platz sah ich Sigi Maus in voller Laufbekleidung ihre Laufschuhe schnürend. Etwas erstaunt setzte ich mich zu ihr und wir quatschten eine lange Zeit. Sie wollte doch tatsächlich nach keine Ahnung wie vielen Kilometern im Wasser in der Nacht bei dem Bestzeitenmarathon in München den Marathon laufen. Ein Wahnsinn, aber irgendwie sind wir ja alle auf die eine oder andere Art und Weise verrückt.

Schöne Aufnahme von Sabine      (c) Gigke-cee
Ganz selten, dass es mal eng wurde. Zum Glück ist nichts passiert.       (c) Gigke-cee

Kurz nach Mitternacht stieg ich wieder ins Wasser. Schon bald bekam ich erneut Kopfschmerzen. Zuerst dachte ich, dass es an der Schwimmkappe lag. Ich zog die Kappe nun nicht mehr über die Ohren, wodurch der Druck etwas abnahm, sich aber nicht auf die Kopfschmerzen auswirkte. Danach lockerte ich die Schwimmbrille und daraufhin waren auch die Kopfschmerzen besser geworden. Allerdings machte sich dann auch die Chlorbelastung wieder bemerkbar. Es war zwar nicht so schlimm wie im vergangenen Jahr, aber trotzdem noch unangenehm. Ich half mir mit Salbeibonbons, die ich in den Pausen lutschte. Nach 2:36h und 6,5 km verließ ich kraftlos in den Armen das Becken.

      (c) Gigke-cee
Ich kuschelte mich in meinen Schlafsack und schlief sofort ein. Gegen 6 Uhr wachte ich auf und überlegt, wie es nun weiter gehen sollte. Ich war 20 km geschwommen. Es fehlten noch 10 km bis zum selbstgesteckten Ziel. So richtig glaubte ich nicht mehr dran, die 30 km zu schaffen, aber mit 25 km würde ich auch zufrieden sein. Mit diesem Plan stand ich auf und frühstückte.

Kurz vor 8 stieg ich wieder ins Wasser. Ich hatte noch 4 Stunden Zeit und schwamm so locker wie möglich los. Hamza war natürlich immer noch im Wasser. Immer wieder trank ich etwas und aß ein paar Kekse. Langsam aber sicher sammelte ich Kilometer um Kilometer ein.

Hamza hatte die 50 km voll gemacht. Ich dagegen war erst bei 25 km angekommen.
Nachdem das obige Foto gemacht wurde, meine Hamza, dass er noch 2 km macht. Nachdem ich mich noch soweit frisch fühlte, wollte ich diese 2 km wenigstens noch mitnehmen. Bei den 27 km angekommen machte ich eine längere Pause und überlegte. Ich hatte noch etwas über eine Stunde Zeit. Dies könnte für 3 km reichen. Mit frischem Ehrgeiz ging ich die letzten Kilometer an und machte die 30 Kilometer drei Minuten vor dem Ende der Veranstaltung fertig. Ich war geschafft und glücklich, diese Marke geknackt zu haben. In dieser letzten Einheit schwamm ich 10 km in unter 4 Stunden.

Kurz vor der Veranstaltung sah ich einen FB-Eintrag von Vera, die noch Schwimmer für ihre Mannschaftsmeldung suchte. Ich meldete mich bei ihr und so schwamm ich für das A-Team mit.
Wir erreichten den 2. Platz und bekamen einen schönen Pokal, den Vera mir freundlicherweise überließ. Seit dem steht er in meinem Regal, wo noch viel Platz für weitere Pokale ist. :-)

2. Platz bei der Team-Wertung mit dem A-Team. :-)

Diesen schönen Pokal durfte ich mitnehmen. Danke Vera.
Es war wieder eine tolle Veranstaltung und irgendwie machen die 24h Schwimmen Spaß. Mal schauen, ob ich diesen Winter nochmal bei sowas mitmache.

Montag, 29. Dezember 2014

Berlin Marathon 2014 - enttäuscht und doch zufrieden

Samstag Früh machte ich mich auf den Weg nach Berlin. Ich fuhr mit dem Zug und kam pünktlich um kurz nach 14 Uhr am Hauptbahnhof an. Dort traf ich mich mit Christian, der mit dem Flieger schon ein paar Stunden früher ankam. Ich checkte noch im AO Hostel am Bahnhof ein. Danach machten wir uns auf den Weg zur Messe und holten unsere Startunterlagen ab. Dort gab es keine Warteschlange und innerhalb kürzester Zeit hatten wir alles notwendige beisammen. Auf dem Polarstand traf ich Andre und ließ mir den Startknopf meiner Uhr reparieren, während wir zwischenzeitlich unseren Durst in der Erdinger Lounge löschten.

Twitterlauftreff mit privater Pasta Party

Sascha organisierte über Twitter eine private Pasta Party am Abend vor dem Marathon. Es kamen Twitterer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Darunter so ultra schnelle Läufer wir Christian aus Österreich, Matthias aus der Schweiz und Sven aus Ulm. Da fühlte man sich als Triathlet vor dem ersten Marathon zwar etwas fehl am Platze, aber die Faszination am Laufen vereint und über Twitter scheint es so, als ob man sich schon ewig kennen würde. Eine Überraschung war ein großes Paket, das Sascha per Post bekam und das er bei dem Treffen aufmachte. Es waren 3 riesige Tafeln Manner-Schnitten aus Österreich mit der Aufschrift "Marathon". 


Sascha mit den riesige Marathon Manner Schnitten
Pasta Party mit Twitterlauftreff und den verteilten Manner Schnitten
Nach einem sehr leckeren Essen machten wir uns auf den Weg zurück

Die Nacht davor - schlimmer geht's nimmer

Zurück in meinem 8-Bettzimmer bereitete ich alles für den nächsten Tag vor. Startnummer, Startnummernband, Zeit-Chip, Klamotten für davor und danach, Laufschuhe, Socken, Schildmütze, Hose und Shirt. Soweit war alles gut und die Nacht vor einem Wettkampf schläft man meistens eh nicht gut, aber dass ausgerechnet unter mir sich einer Dauerschnarcher eingenistet hatte, war weniger gut.
MERKEZETTEL für nächsten Berlin Marathon: lieber doch ein paar Euro drauf legen und vernünftig schlafen.

Der Marathon - Vor dem Start

Am Sonntag Früh traf ich mich kurz vor 8 Uhr mit Christian am Hauptbahnhof. Kurz zuvor lief mir noch Stella über den Weg. Wir kennen uns seit dem letzten Jahr, als wir zusammen bei dem 24 Stunden Schwimmen in Haar teilgenommen haben. Sie erkannte mich in der Menschenmenge und ich freute mich, sie getroffen zu haben. Wir quatschen kurz bevor sie sich weiter auf den Weg zur Strecke machte die Läufer zwischen Kilometer 17 und 19 anzufeuern. 
Vom Bahnhof zum Startgelände
 Der Weg vom Bahnhof zum Startgelände war recht kurz und schon bald waren wir auf dem Startgelände und am Erdinger Teammobil. Dort machten wir unsere letzten Vorbereitungen und deponierten unsere Rucksäcke im Teammobil. Irgendwie war ich innerlich doch recht nervös, sodass ich die tolle Atmosphäre und das gigantische Wetter gar nicht richtig registrierte.
Sonnenaufgang hinter dem Reichstag
Das Kanzleramt
Wir machten uns auf den Weg zum Startblock F für alle Läufer über 4:15h oder alle Ersttäter, die noch keine Marathonzeit haben. Wir schnappten uns so gelbe Wärmeumhänge, die uns angenehm warm hielten, denn es war noch sehr kühl. 
Das Ziel ist nur 100 Meter entfernt und doch sooooo weit weg
Mit Schuhen in den deutschen Landesfarben laufen wir DEN deutschen Marathon
Christian völlig entspannt ganz im Gegensatz zu mir

Der für mich emotionalste Moment war der Aufruf der letzten Startgruppe. Begleitet wurden wir von einem Lied, dessen Text nicht besser zu der Situation und der ganzen Vorbereitung hätte passen können:

Wer friert uns diesen Moment ein
Besser kann es nicht sein
Denkt an die Tage, die hinter uns liegen
Wie lang wir Freude und Tränen schon teilen
Hier geht jeder für jeden durchs Feuer
Im Regen stehen wir niemals allein
Und solange unsere Herzen uns steuern
Wird das auch immer so sein
Ein Hoch auf das, was vor uns liegt
Dass es das Beste für uns gibt
Ein Hoch auf das, was uns vereint
Auf diese Zeit (Auf diese Zeit)

Gleich geht es auf meine längste Laufstrecke
 Kurz nach dem Start machte ich noch ein paar Fotos, denn später hatte ich keine Lust mehr dazu.




Der eigentliche Lauf

Da Christian und ich in etwa gleich schnell laufen (na gut, meistens ist Christian schneller als ich), war unser Plan, den Marathon gemeinsam zu laufen. Als Marschplan planten wir, die ersten 5 km in einer 6er Pace zu beginnen. Danach wollten wir das Tempo auf eine 5:30er Pace hochziehen und bis zum Schluss halten. Verpflegung hatten wir in Form von 4 High5 Gels mit dabei. Von den Iso-Getränken wollten wir uns fern halten, da man nie genau weiß, wie leicht oder stark diese angerührt sind. Daher wollten wir nur Wasser aufnehmen und gelegentlich ein Gel schlürfen.

Die ersten 5 km waren nach 29:10 Minuten vorbei, was einem 5:50er Schnitt entspricht. Etwas schneller als geplant, aber soweit noch im Rahmen. Die nächsten 5 km waren nach 27:36 Minuten vorbei (5:31er Pace). Wir kamen also bei unserem Renntempo an. Auf den folgenden 5 km waren wir 2 Sekunden schneller und liefen diese in 27:34 Minuten. Alles im grünen Bereich.
Die 5 km bis zur 20 km Marke absolvierten wir in 27:4 Minuten (5:33er Pace). Die Verpflegung klappte auch gut und bisher ging alles recht schnell vorbei. Den Halbmarathon hatten wir bei 1:58:13 geschafft.

Jetzt spürte ich erstmals die bisherige Belastung und wir konnten unser geplantes Tempo nicht mehr ganz halten und rutschten auf eine 5:40er Pace ab. Bis Kilometer 35 liefen wir so Seite an Seite.

Zu dem Zeitpunkt war ich allerdings schon so im Tunnel, dass ich kaum merkte, dass ich auf dem Kufrürstendamm lief. Von außen bekam ich kaum noch etwas mit und ich folgte eigentlich nur noch der blauen Linie. Christian war erst 5 Meter vor mir, dann waren es 10 Meter und plötzlich hatte ich ihn aus den Augen verloren. 

"Hammer the Dreisportler"

Da war er also nun, der Mann mit dem Hammer. Er hat mich getroffen. Ab Kilometer 36 ging es nur noch mit einer 6er Pace weiter. Zum Glück musste ich aber nie gehen. An den Verpflegungsstationen bin ich zwar ein oder zwei Schritte gegangen, um das Wasser vernünftig zu trinken, aber danach ging es im Laufschritt (vermutlich war es eher im Schlürfschritt) weiter. So verlor ich jeden Kilometer wertvolle Sekunden und ich merkte, dass es mit einer Zeit unter 4 Stunden eng werden würde. Aber ich war zuversichtlich, dass es doch noch reichen sollte. Den Potsdamer Platz erahnte ich nur aus den Augenwinkeln heraus, aber dann war mein Blick schon wieder auf den Boden gerichtet. 
30:09 Minuten für die 5 km bis zur Marke 40. Mist ist das knapp. Noch 12:49 Minuten für die restlichen 2,2 km. Das reicht doch, oder?

Auf den verwinkelten Straßen rund um den Gendarmenmarkt (den hab ich sogar erkannt und irgendwie wahrgenommen) fühlte ich mich dann allerdings doch etwas verloren auf der Strecke. Zwar wusste ich, dass es nicht mehr weit sein würde, aber das Ziel hatte seine magische Anziehungskraft noch nicht entfaltet. 

Kurz vor dem Brandenburger Tor - sieht besser aus als ich mich fühlte

Kilometer 41 in 6:02 Minuten: Laufzeit 3:53:16 verbleiben noch 6:44 Minuten. Das muss doch reichen. Endlich ging es auf die Straße "Unter den Linden" und das Brandenburger Tor war in der Ferne sichtbar. Ich versuchte nun auf dem letzten Kilometer das Tempo nochmal anzuziehen, war mir auch gelang (zumindest fühlte es sich so an). Ich freute mich auf den Durchlauf unter dem Brandenburger Tor und den Zieleinlauf und war kurzzeitig aus dem Tunnel draußen. Der Weg bis zum Brandenburger Tor war aber noch weit und so fuhr ich zu schnell wieder ins Tunnel ein, sodass ich mich an das Durchlaufen durch das Brandenburger Tor leider nicht mehr erinnere. 

Während andere sich auf das Ziel freuten, war ich nur froh es bald geschafft zu haben

Die letzten Meter

Glücksgefühle, Jubel und Freude verspürte ich keine. Ich war nur noch froh, im Ziel angekommen zu sein.
Ich stoppte meine Uhr.

Im Ziel

Die Uhr zeigte 4 Stunden und 13 Sekunden - Oh nein, das darf doch nicht wahr sein. Christian wartete einige Meter hinter dem Ziel auf mich. Er strahlte, hatte er doch eine Laufzeit von 3:56:35. Nachdem er mir ab Kilometer 35 davon gezogen war, schaffte er die restlichen Kilometer wieder im 5:30er Schnitt zu laufen. Starke Leistung! Ich freute mich für ihn, war zeitgleich aber von meiner Zeit furchtbar enttäuscht. 

Offiziell lief ich 4:00:10 Stunden. Heißt, dass die Strecke für mich 33 Meter zu lang war oder meine Pace pro Kilometer um genau 26 Hundertstel Sekunden zu langsam war. 

Aber so richtig hilft das auch nicht. Über 4 Stunden sind über 4 Stunden - Punkt.


Ein müdes Lächeln konnte ich mir kurz nach dem Ziel noch abringen


Die erste Enttäuschung ist angesichts des Erdinger Zielbier kurzzeitig verflogen        (c) ERDINGER Alkoholfrei
Am Erdinger Stand genehmigten wir uns zwei verdiente Bierchen. Christian traute sich sogar sich auf den Boden zu setzen. Hätte ich das gemacht, wäre ich nicht mehr wieder hoch gekommen (außer mit einem Schwerkran vielleicht).

Nach der Dusche und weiteren Flüssigkeitsergänzungen ging es mir körperlich wieder recht gut. Zu viel Zeit konnte ich mir jedoch nicht lassen, denn mein Zug ging schon um kurz vor 16 Uhr wieder zurück. Dieser hatte aber im Gegensatz zu mir 5 Minuten Verspätung, während es bei mir nur wenige Sekunden waren. An irgend was musste ich mich ja wieder aufbauen und meine Enttäuschung verarbeiten.

Auf dem Weg zurück zum Bahnhof

Auf der Heimfahrt grübelte ich natürlich darüber nach, was die Ursache bzw. Ursachen für den Einbruch war. An einem zu hohen Anfangstempo hat es nicht gelegen. Da haben wir uns gut zurück gehalten. Die Verpflegung hat m.E. auch gut geklappt. Sicherlich waren die wenigen langen Läufe in der kurzen Vorbereitungszeit der Hauptgrund. Mir hat schlicht und ergreifend die Ausdauer gefehlt.

Die vielen aufmunternden Worte, die ich über Twitter, Facebook, SMS und per Telefon bekam, haben mich dann auf der Heimfahrt wieder aufgebaut. Euch allen vielen lieben Dank dafür. Diese Art der "Therapie" ist einfach unbezahlbar.

Wenn ich bedenke, welche Probleme ich die letzten beiden Jahre beim Laufen hatte, so kann ich im Rückblick auf den Berlin Marathon positives festhalten:

  • seit über 1 Jahr schmerzfrei
  • gesteigerte Laufumfänge ohne Probleme gut verkraftet (bis zum Marathon mehr als doppelt so viele km gelaufen wie im gesamten Vorjahr)
  • ohne Verletzung am Start gestanden
  • ohne Verletzung durch den Marathon gelaufen
  • auch die Tage danach keine Probleme gehabt
Somit kann ich trotz der anfänglichen Enttäuschung doch ein positives Fazit ziehen und der nächste Marathon als Staffelläufer bei der Challenge Roth 2015 steht auch schon fest. 

Freitag, 26. September 2014

Training für den ersten Marathon (Teil 2)

Hier nun der zweite Teil der Vorbereitung auf meinen ersten Marathon. Wer den ersten Teil verpasst hat, kann diesen hier nachlesen.

Trainingslager mit Familienurlaub kombinieren

Der eigentliche Erholungsurlaub folgte nun in der Toskana. Gleich am ersten Morgen schüttete es aus allen Wolken und so begann das Trainingslager äh der Urlaub gleich mal mit einer Laufpause. Am nächsten Tag war dann wieder schönes Wetter und ich startete um 7 Uhr. Bei km 17 traf ich mich mit einem Teil der Familie zum Auslaufen im Pinienwald am Strand. Letztendlich kam ich auf ca. 22 km. Tags darauf folgte die gleiche Einheit und am dritten Tag folgte ein kurzer regenerativer Lauf im Pinienwald. Langsam zeigt das Training seine Wirkung, denn der Puls blieb wirklich im regenerativen Bereich. Das kannte ich bisher nur vom "Hörensagen".

In den Pinienwäldern von San Vincenzo

Leicht wellige Strecke über 6 1/2 km
Es folgte ein kompletter Ruhetag, bevor ich dann wieder die Laufschuhe schüren würde. Der nächste Lauf ging über knapp 24 km. Gerne hätte ich den Lauf noch etwas verlängert, aber es lief überhaupt nicht gut, hatte erstmals einen Rucksack (normaler Rucksack, kein Laufrucksack) mit Verpflegung dabei und war auch so irgendwie schwach unterwegs. Bei der Hälfte der Strecke nahm ich zwei Gels und machte mich dann wieder auf den Rückweg. Der Killer für mich waren dann die letzten 2,5 km, die immer nur bergauf gingen. 120 Höhenmeter bei teilweise 10% Steigung und das nach über 20 km. Entsprechend bedient war ich, aber dafür freute ich mich um so mehr über das leckere Frühstück. Der letzte Tag der Woche stand dann im Zeichen von Berganläufe mit meiner Tochter. Wir machten 3 Stück davon und mir hat es dann auch nach dem Vortag gereicht.

In Summe 72,9 km in 7:26 Stunden.

Die zweite Woche

startete mit dem längsten Lauf des Urlaubs. Es wurden knapp 30 km, wobei 20 km davon im späteren Renntempo waren. Am Dienstag folgte wieder eine lockere Einheit mit den Kindern und am Mittwoch schob ich 3x2000 Intervalle ein, um etwas Abwechslung zu haben. Neben dem Sportplatz gibt es einen Straßenabschnitt, der genau 1 km lang ist. Daher ideal für 2000er. Nach den 3 Intervallen im 4:40er und 4:20er Tempo musste ich wieder zurück laufen. Natürlich wieder den Berg hoch. Nach knapp 800m "heimschleichen" fiel mir auf, dass ich mein Handy am Sportplatz vergessen hatte. Mist, doch nochmal ein Intervall laufen. Überraschenderweise lief es recht gut, dem Adrenalin sei Dank.

Ideale Bedingungen für Intervalle
Am Donnerstag hatte ich die nächste Einheit geplant, aber es herrschte Weltuntergangsstimmung am frühen Morgen. Mehrere Gewitter, heftiger Sturm und so viel Regen, dass das Wasser sogar in unser Schlafzimmer floss. Also gut, dann halt doch Regeneration. Dafür sollte dann am Freitag nochmal ein Lauf über 30 km her. Entsprechend früh startete ich um kurz nach 6 Uhr in völliger Dunkelheit. Bei km 7 bemerkte ich erste Regentropfen. Bis km 10 haben sich die harmlosen Tropfen zu einem ausgewachsenen Regen entwickelt. Einen Kilometer später hörte ich es in der Nähe donnern. Auf freier Strecke vom Blitz getroffen zu werden ist zwar nicht gerade wahrscheinlich, aber das wollte ich nun wirklich nicht riskieren. Also kehrte ich um. Ich erhöhte das Tempo, musste aber wieder raus nehmen, da ich zu schnell unterwegs war. Mental war es ein gutes Training leicht frierend 1 1/2 Stunden im Dauerregen zu laufen. Trotzdem war ich gefrustet, keinen 30er mehr geschafft zu haben. Kurzzeitig überlegte ich, ob ein weiterer Versuch am Samstag sinnvoll wäre. Nachdem sich dann die zu erwartenden Wochenkilometer auf über 100 km belaufen hätten, verwarf ich diese Idee wieder. Diese Umfangssteigerung wäre mir vermutlich nicht bekommen (50, 50, 43, 70 und dann 100). Daher endete das Urlaubstraining am Samstag mit einem lockeren Lauf mit meiner Tochter am Strand.

In Summe 77,4 km in 7:49 Stunden.

Mein Laufstil bei Kilometer 42 :-)

Die letzte sportliche Betätigung war ein Satz Burpees, die meinen Puls rasant in gigantische Höhen trieb. Es ist der Hammer, wie diese doch einfache Übung den Körper so belasten kann. Wenn es die Motivation im Winter zu lässt, werde ich die dann öfter machen.

Aus dem Stand ...
... zuerst in die Hocke und dann in den Stütz und einen Liegestütz
Zurück in die Hocke und ...
... einen Strecksprung machen.

Die letzten zwei Wochen

Viel passiert ist da nichts mehr. Ein Tempolauf über 6,5 km, 3x5000m Intervalle und noch ein langer Lauf über 25 km. In der letzten Woche lief ich nur noch einen 10er am Mittwoch. Den für Freitag geplanten 4er habe ich kurzer Hand gestrichen - irgend etwas gefällt meinen Waden derzeit nicht. Ich hoffe nur, dass diese jetzt nicht noch schlapp machen.

"Jungs, nur noch 42 km aushalten und dann gibt es eine längere Ruhe. Versprochen!"



Donnerstag, 25. September 2014

Training für den ersten Marathon (Teil 1)

Eigentlich habe ich immer gesagt, dass ich keinen Solomarathon vor meiner ersten Langdistanz machen werde. Meine diversen Probleme beim Laufen in den vergangenen Jahren haben sicher zu dieser Meinung dazu bei getragen. Doch 2014 war läuferisch gesehen alles anders. Kaum Wehwechen, kontinuierliches Lauftraining und einige gute Laufwettkämpfe mit für mich vernünftigen Zeiten waren die Basis für den Wunsch doch jetzt schon einen Marathon laufen zu wollen.

Die eigentliche Vorbereitung begann am 20. Juli mit einem ersten Lauf jenseits der Halbmarathon Distanz. Es ging über 22 km entlang am Lech über einen schönen Singletrail. Mit dabei war Christian. Zusammen wollten wir uns auf unseren ersten Marathon vorbereiten. Christian hatte bereits einen Startplatz beim Berlin Marathon über das Team Erdinger Alkoholfrei bekommen, während ich noch über diverse Gewinnspiele versuchte auch einen Platz für Berlin zu bekommen. Mitte August hat es dann tatsächlich gelappt und Wobenzym, einer der Hauptsponsoren des Berlin Marathons, gab mir einen der 40.000 Startplätze. Herzlichen Dank.

Dank an Wobenzym für den Startplatz

Fünf  Tage später stand gleich der nächste lange Lauf mit Christian an. Diesmal wurden es 24 km auf der Straße mit knapp 300 Höhenmetern. Die Vorverlegung des Laufs auf Donnerstag Abend war notwendig, denn am Sonntag war ich beim Kuhsee Triathlon am Start.

Im Ziel beim Kuhsee Triathlon
Den nächsten langen Lauf absolvierte ich Anfang August alleine. Samstag Früh 6:45 Uhr ging es bei Sonnenschein los. Dann zog ein Nebel auf und machte es richtig ungemütlich. Nach einer 12 km Schleife kam ich wieder daheim an, zog mir zwei Gels rein und wechselte das nasse gegen ein trockenes Shirt. Dann ging es weiter über eine 15 km Runde, die ich im Verlauf des Jahres schon öfters gelaufen war.

Am Wochenende drauf hatte ich keinen langen Lauf geplant, dafür standen die 10 km von Dachau auf dem Programm, welche ich mit einer für mich guten Zeit absolvierte.

10 km Testlauf in Dachau

Es geht über die 30 km Marke

Mitte August dann die erste "Ü30-Party" mit Christian. Wir liefen unsere Dachauer Standardrunde über 15 km, verpflegten uns am Auto und liefen die Runde ein zweites Mal, aber diesmal in entgegengesetzter Richtung. Gegen Ende konnten wir dann sogar das Tempo noch etwas hochziehen, was uns ein gutes Gefühl gab, auf dem richtigen Weg zu sein. Der 30er wurde noch ergänzt durch 3 weitere Läufe und am Ende der Woche standen erstmals über 50 km im Trainingstagebuch.

In der darauf folgenden Woche schaffte ich sogar 5 Laufeinheiten und kam ebenfalls über die 50 km Wochengrenze. Meinen nun folgenden Urlaub begann ich mit dem längsten Lauf in meiner Vorbereitung: knapp 34 km - alleine - mit 10 km Endbeschleunigung. Wobei das Wort "Beschleunigung" nicht allzu wörtlich genommen werden sollte. Das war der fünfte Lauf in Folge und der Rest der Woche sollte nun ganz im Zeichen der Erholung stehen. Es folgten 3 Ruhetage mit packen für den Urlaub und Fahrt nach Rom. Erst gegen Ende der Woche startete ich wieder mit kurzen 2 bis 4 km Läufen vor dem Frühstück. Der Rest der Tage war mit Sightseeing in Rom verplant.

Weiter geht es in Teil 2 mit einem Trainingslager während des Familienurlaubs.

Sonntag, 21. September 2014

Bestzeit über 10 km in Dachau

Schon vor dem Kuhsee Triathlon begann ich mit längeren Läufen über den Halbmarathon hinaus mich auf meinen ersten Marathon im Herbst vorzubereiten. Vom Plan her war alles auf den Berlin Marathon hin ausgerichtet und da stand laut Plan für das Wochenende 09./10. August ein 10 km Test-Wettkampf an. Da passte der Straßenlauf in Dachau genau rein. 10 flache Kilometer, kurze Anfahrt, kurze Wege und Anfeuerung durch eine Kollegin an der Strecke. Ich bin zwar schon einige Male die 10 km im Wettkampf gelaufen, aber eine vermessene Strecke war es bisher nie. Daher war ich gespannt auf meine Endzeit.

Der Start fand Samstag Nachmittag um 16 Uhr statt. Zuhause richtete ich alles her, was ich zum Lauf mitnehmen würde. Ich aß noch ein Honigbrot und schaffte es, dass das Brot mit dem Honig ganz hinten auf der Unterseite des Gaumens kleben blieb. Ich bekam dadurch einen Hustenanfall, den ich für 30 Minuten nicht mehr weg bekam. Na super, das kann ja lustig werden. Ich war kurz davor, gar nicht erst nach Dachau zu fahren, da ich das Gefühl hatte nicht genügend Luft zu bekommen. Ich probierte draußen ein paar Meter zu laufen. Es ging, aber immer wieder fing ich zu husten an. Ich hoffte, dass dieses Gefühl bis zum Start ganz weg sein würde und machte mich auf den Weg nach Dachau.

Anmelden, Startnummer mitnehmen, zurück zum Auto, einlaufen, zurück zum Auto, umziehen und zum Start schlendern. Ein paar Minuten vor dem Start traf ich eine Kollegin und lagerte meinen letzten Ballast (den Autoschlüssel) bei ihr ab. Die Strecke verläuft absolut eben über eine kleine Schleife wieder zurück zum Start und von dort aus dann über zwei größere Schleifen bis ins Ziel. Ich wollte mich an einer 4:30 er Pace orientieren, wobei mir klar war, dass ich eine Zeit von 45 Minuten wohl nicht schaffen würde.

Aufstellung zum Start und schon ging es los. Bis ich dann auch über die Startlinie kam dauerte es 5 Sekunden, die ich von der späteren Brutto-Zeit eigentlich noch abziehen könnte, aber so genau will ich es jetzt nicht nehmen.

Schon nach nicht einmal 2 Kilometern sieht es angestrengt aus

Das erste Kilometerschild hab ich wohl in dem ganzen Trubel nicht gesehen und erst bei Kilometer 2 nahm ich die Zwischenzeit mit 8:50 Minuten. Das entspricht einer 4:25 Pace. Somit lag ich unter Plan. Kilometer 3 ging mit 4:27 vorbei und Kilometer 4 mit 4:38. Bei Kilometer 5 zeigte meine Uhr eine Gesamtzeit von 22:32 Minuten an. Noch fast auf Linie.

Noch reicht die Kraft für Daumen hoch (Kilometer 3)

Immer wieder versuchte ich an vorbeilaufenden Teilnehmern mich dran zu hängen oder mich an vor mit laufende hin zu arbeiten. Dies gelang sogar teilweise. Trotzdem half das nicht und auf der zweiten Hälfte der Strecke konnte ich das ursprüngliche Tempo nicht mehr halten.

Kilometer 6: 4:42
Kilometer 7: 4:49
Kilometer 8: 4:47
Kilometer 9: 4:38

Fokus bei Kilometer 6

Schon fast die gesamte Strecke über bemerkte ich einen Läufer mit einem BMW Laufshirt in meiner Nähe. Gegen Ende des Laufs war er in etwa 10 Meter vor mir. Sein Laufstil war eher der eines Gehers und ich versuchte noch an ihn ran zu kommen, aber ich hatte keine Chance. Er hielt sein Tempo und ich konnte nicht mehr schneller.

Mir war klar, dass eine Endzeit von Unter 45 schon lange nicht mehr drin war, aber eine niedrige 46er Zeit wäre auch schon super. Letztendlich wurde eine Zeit von genau 46 Minuten für mich gemessen. Neue Bestzeit - YEAH! Entsprechend fertig war ich auch. Ich weiß nicht wie viel Wasser ich mir anschließend über den Kopf schüttete und wie viel Iso-Becher ich mir rein schüttete, aber es war eine Menge, denn es war unglaublich schwül geworden. 

Nach einer gefühlten Ewigkeit war ich dann soweit wieder hergestellt, dass ich an ein Auslaufen mit meiner Kollegin und ihrem Freund denken konnte. Wir hängten noch 3 ganz lockere Kilometer durch einen nahen Wald dran. 

Mitte August an einem Nachmittag sind eigentlich keine optimalen Bedingungen für eine Tempolauf am Limit, aber der Lauf in Dachau hat für mich einige Vorteile, sodass ich wohl nicht zum letzten Mal dort gestartet bin.

Freitag, 19. September 2014

AK-Platz 7 beim Kuhsee Triathlon 2014

Zwei Wochen nach Königsbrunn fand der Kuhseetriaton in Augsburg statt. Im Vorfeld der Veranstaltung gab es etwas Wirbel, da der bayerische Triathlonverband keine Genehmigung gegeben hat. Dies bedeutet für Startpassinhaber, dass sie eine mehrmonatige Sperre riskieren. Sicherlich gibt es bei dem Wettkampf auf der Strecke keine Kampfrichter, aber ansonsten ist der Wettkampf ausgezeichnet organisiert und er richtet sich ausschließlich an Breitensportler und Ersttäter. Mir war es egal, da ich eh keinen Startpass habe.

Letztes Jahr hatte ich wegen meiner aufblähenden Seitentaschen des Zweiteilers eine unterirdische Schwimmzeit. Dies musste nun deutlich besser werden, weshalb ich mich für meinen alten Schwimmeinteiler entschied.

Entspannt kurz vor dem Start
Des weiteren positionierte ich mich am linken Rand der Startaufstellung in der Hoffnung auf einen ruhigen Anfang, da der Kurs rechts rum ging. Es stellten sich noch weitere Teilnehmer links auf, aber die könnte ich gleich zu Beginn hinter mir lassen. Dadurch hatte ich genügend Platz, was sehr angenehm war. Leider schwamm ich auch um die Bojen mit viel Abstand, aber mir war es egal. Mit 8:21 Minuten kam ich aus dem Wasser und war im Vergleich zum letzten Jahr über 2 Minuten schneller und entspannter. Das Oberteil hatte mich letztes Jahr ganz schön ausgebremst.

Entspannt komme ich ganz rechts aus dem Wasser

In der Wechselzone zog ich meine Laufschuhe an und lief mit meinem MTB zur Radstrecke. Auf der Strecke war nicht viel los und erst gegen Ende der Hinstrecke schaffte ich den Sprung in eine Gruppe vor mir. Durch die Wendepunktstrecke konnte ich meine ungefähre Position im Feld abzählen. Auf dem Weg zurück ereignete sich nicht viel. Kurz vor der Wechselzone mussten wir noch an einem Rettungswagen vorbei, der sich um ein oder zwei Teilnehmer kümmerte. Dadurch war die Strecke sehr eng geworden und uns kamen immer noch Teilnehmer entgegen. Das war ganz schön eng, aber es gab zum Glück keinen Zusammenstoß. Zusammen mit der späteren Siegerin Julia Hiller fuhr ich in die Wechselzone ein.

Zusammen mit der späteren Siegerin Julia Hiller zurück in die Wechselzone
Scheinbar hatte ich einen kürzeren Weg durch die Wechselzone, denn erst ein paar hundert Meter auf der Laufstrecke schoss Julia an mir in einem rasanten Tempo vorbei. Beeindruckend und beneidenswert so laufen zu können. Hinterher fand ich heraus, dass Julia Hiller 2007 Deutsche Meisterin im 3000 Meter-Hindernislauf war und über 5000 Meter eine Bestzeit von 16:18 Minuten stehen hat. Kein Wunder, dass ich das Gefühl hatte stehen zu bleiben.

Ich versuchte mein Tempo zu finden und mein Rennen zu laufen. Wie üblich sammelten mich noch ein paar schnelle Läufer ein, aber es hielt sich in Grenzen. An einen Läufer vor mir kam ich zwar noch heran, aber als er mich bemerkte, zog er kurz das Tempo an und vergrößerte den Abstand wieder. Das Spielchen wiederholte sich nochmal, aber ein drittes Mal kam ich nicht mehr ran. So ließ ich es gut sein und freute mich über einen schönen Zieleinlauf. 

Schön, dass auch langsamere Athleten das Zielband bekommen
Kurz hinter mir schlichen sich zwei noch gefährlich nahe an mich ran. Einer davon war Jochen Knorz der mich letztens Jahr im Zielkanal noch nieder sprintete. Puh, Glück gehabt.

Insgesamt war ich fast 2 1/2 Minuten schneller als im letzten Jahr. Den Grundstock legte ich mit 1:45 Minuten beim Schwimmen und nochmal 1 Minuten schneller beim Laufen. Einzig auf dem Rad verlor ich 24 Sekunden im Vergleich zum Vorjahr.

Letztendlich reichte es für Platz 7 in der AK 40-50 und für Platz 21 bei den Männern.

Hier noch die Zusammenfassung der Zeiten und Platzierungen in den einzelnen Disziplinen:

M40-50 Männer
Split-Platz AK Platz Split-Platz Platz
Swim 08:21,4 2 2 12 12
Bike 32:14,5 8 22
Swim+Bike 40:35,9 5 16
Run 23:16,1 13 56
Gesamtzeit 1:03:52,0 7 21
Finisher

65 259

Dienstag, 16. September 2014

AK-Platz 5 beim Königsbrunn Triathlon 2014 im Sprint

Zwei Wochen nach dem Altmühltrail startete ich über die Sprintdistanz in Königsbrunn, welcher gerade mal 13 km von mir Daheim weg ist. Vor 5 Jahren startete ich dort über meine erste Olympische Distanz. Diesmal wollte ich mich über die Sprintdistanz testen. Es war bereits die 26. Auflage der Veranstaltung und mein Bekannter Tom startete zum 26. Mal, diesmal aber erstmals über die Sprintstrecke.

Samstag Abend meldete ich mich erst an und am Sonntag Früh machte ich mich auf den Weg nach Königsbrunn. Durch die zwei getrennten Wechselzonen, müssen im Vorfeld die Laufsachen in der Wechselzone 2 abgelegt werden, bevor man sich zum Schwimmstart an den Ilsesee machen kann. Die Strecke dorthin ist recht kurz und kann locker mit dem Rad gefahren werden.

Ich lief mich kurz ein, schlüpfte in meinen Neo und schwamm mich ein paar Meter ein. Vor dem Start erblickte ich noch Tom Langer und wir quatschten in den letzten Minuten vor dem Start.

Tom und ich in zweiter Startreihe ganz locker vor dem Start
Schnell erfolgte der Start und durch die breite Aufstellung am Start war der Schwimmstart recht angenehm. Die schnellen Schwimmer waren natürlich gleich weg und die langsamen waren hinter mir, sodass ich genügend Platz hatte. Leider klappte meine Orientierung wieder nicht wirklich gut, sodass ich immer wieder meine Richtung korrigieren musste. Hier muss ich mich über den Winter verbessern. Nach 8:15 Minuten rannte ich durch die Zeitmessung, schnappte mir den Wechselbeutel und zog den Neo im Wechselzelt aus. Ein freundlicher Helfer stopfte den Neo für mich in den Wechselbeutel, während ich schon auf dem Weg zum Rad war.

Gerne wäre ich mit meinem Zeitfahrrad gefahren, aber die Probleme mit dem Antrieb in Kraichgau ließen mich dann doch lieber auf Nummer sicher gehen. Auf der Radstrecke war vor mir nichts los. Ich konnte den vor mir fahrenden Teilnehmer in weiter Ferne erkennen. So richtig schnell kam ich nicht an ihn ran, wurde aber gleich zum Beginn der Radstrecke von zwei Teilnehmern passiert. Weiter passierte nichts. 

Vor mir nix los, hinter mir nix los. 
Nach etwa der Hälfte der Strecke war ich endlich an dem vor mir fahrenden Teilnehmer dran und fuhr vorbei. Zeitgleich kam von hinten ein anderer Teilnehmer auf einem 29 Zoll MTB heran und überholte mich. So richtig weg von mir kam er aber nicht. Wir fuhren dann an der ersten Frau vorbei und zurück auf der alten B17. Da hatten wir guten Rückenwind und fuhren mit entsprechendem Tempo. Dann mussten wir auf einem Radweg weiter fahren, da die Straße nicht für uns gesperrt war. Auch mal interessant, ein Radrennen auf einem Radweg zu veranstalten.

Anschließend ging es rechts bei einem Pferdegestüt rein und ich konnte an dem MTBler vorbei ziehen. Dann ging es links weg auf die Strecke von der wir gekommen sind und kreuzten die Fahrt der anderen Teilnehmer, die noch weit hinter uns waren. Das sollte es eigentlich nicht geben, dass sich die Strecken kreuzen, denn nur um Haaresbreite konnte ich einen Zusammenstoß mit einem entgegenkommenden Teilnehmer vermeiden. 

Den Vorsprung verliere ich noch beim Absteigen vom Rad
Der Rest der Radstrecke war nicht mehr so aufregend und ich konnte mich von dem MTBler etwas absetzen. Bei der Einfahrt in die zweite Wechselzone vergaß ich aus den Schuhen zu schlüpfen. Mit einem Fuß schaffte ich es gerade noch, aber für den zweiten Schuh musste ich vor dem Wechselbalken anhalten und dort rausschlüpfen. Als ich dann endlich aus beiden Schuhen draußen war, stand auch schon der MTBler neben mir und wir liefen gemeinsam zur Abgabe der Räder und dann zu unseren Schuhen. Ich zog mir Socken und Laufschuhe an, während der MTBler auf Socken verzichtete. Dadurch war er schon lange auf der Laufstrecke, während ich noch in die Schuhe schlüpfte.

Sein Lauftempo hätte ich sowieso nicht lange halten können, denn ich bekam ihn gar nicht mehr zu sehen. Hinter mir waren noch einige unterwegs, aber doch mit einem gewissen Abstand, sodass es bis Kilometer 1 dauerte, bis mich der erste Läufer überholte. Leider flog er in einem Tempo an mir vorbei, das ich nicht hätte mitgehen können. Auch die anderen Teilnehmer, die mich noch überholten, waren viel zu schnell für mich unterwegs, sodass ich weiter meine Bahnen alleine zog. Irgendwann kam dann die erste Frau Anja Kobs vorbei geflogen und auch Thomas Schmid überholten mich. Kurz vor dem Einlauf ins Stadion und der abschließenden Runde im Stadion lies ich die zweite Frau noch an mir vorbei ziehen. Für einen 400 Meter langen Endspurt hatte ich keine Kraft und Lust mehr.

Zieleinlauf
Etwas entsetzt war ich dann von der schlechten Laufzeit von 25:55 Minuten. Wobei für die 5,4 km lange Strecke immerhin noch ein Schnitt von 4:48 min/km raus kam. Irgendwie hatte ich mir im Lauf etwas mehr erhofft. Das leckere Finisher Buffet tröstete mich schnell darüber hinweg. Die Kuchen dort sind einfach der Hammer. Im Ziel sah ich dann Thomas Schmid wieder, den ich erst kürzlich beim Schwimmen im Friedberger Baggersee traf. Eine Woche vor der Challenge Roth testete er nochmal sein Material und die Abläufe und landete einen Platz vor mir.

Ein Hammer war dann für mich letztendlich auch das Ergebnis mit Platz 5 in meiner AK. Meine bisher beste Platzierung. Beim Schwimmen hatte ich sogar die zweit schnellste Zeit und auf dem Bike die dritt schnellste Zeit geschafft. Ein Podestplatz kommt langsam in Sichtweite, wobei mir dazu noch fast 1 1/2 Minuten fehlten. Mit dem vorher von mir erhofften Lauf-Schnitt von 4:30 min/km hätte es klappen können.

Sollte der Königsbrunn Triathlon zeitlich im nächsten Jahr nicht mit anderen Wettkämpfen kollidieren, so werde ich wieder am Start sein. Mal schauen, was dann geht.

Hier noch die Zusammenfassung der Zeiten und Platzierungen in den einzelnen Disziplinen:

M40-50 Männer
 Zeit Split-Platz AK Platz Split-Platz Platz
Swim 00:08:15 2 2 9 9
Bike 00:31:14 3 10
Swim+Bike 00:39:29 3 10
Run 00:25:55 10 27
Gesamtzeit 01:05:24 5 17
Finisher
20 63

Sonntag, 24. August 2014

Wettkampfbericht Altmühltrail - Genusslauf am Limit

Eigentlich war ich noch gar keinen richtigen Trail gelaufen, aber der Reiz bei der ersten Ausgabe des Altmühltrails in meiner Heimat mit dabei zu sein, war dann doch zu groß. Mit 22 km und 400 Höhenmetern sollte es auch für mich machbar sein. So machte ich mich Samstag Abend auf den Weg nach Treuchtlingen zu meinen Eltern und holte mir zuvor noch die Startunterlagen ab.

Im Vorfeld fand ich noch heraus, dass Daniel vom Laufblog 42.einsneunfünf.de auch mitlaufen würde.
Schön wäre es noch gewesen, wenn Alexander aus Weißenburg noch mit gelaufen wäre. Da aber die Strecke genau an einem Haus vorbei führt, würde er uns anfeuern.

2x Daumen hoch - Daniel rechts, ich links    (c) runnersworld.de

Kurz nach 8 Uhr am Sonntag Morgen fuhr mich mein Vater nach Weißenburg zum Start am Schulzentrum. Die Gegend kannte ich noch zu gut von meiner Schulzeit. Ich lief mich kurz ein und traf Daniel kurz vor dem Start.

Der Start zum Altmühltrail     (c) runnersworld.de
Wir machten uns gemeinsam auf den Weg und Alexander hielt sein Versprechen an der Strecke zu stehen. Bis dahin war noch alles einfach, aber der erste Anstieg sollte nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Alexander ganz links - wo ist die Laola Welle?   (c) trailrunning.de
Nach 2 Kilometern ging es dann ganz gewaltig nach oben. Zuerst konnten wir den Anstieg noch laufend nehmen, aber mit zunehmender Steigung und den noch kommenden Höhenmetern, gingen die meisten Teilnehmer den Anstieg hoch. In diesem ersten Anstieg gab es dann auch schon die erste von 5 Genussstationen mit Fruchtsäften aus der Region. Nach nicht einmal 3 Kilometern etwas sehr früh, sodass wir die Station einfach ausgelassen haben.

Der erste Anstieg mit Serpentinen hoch   (c) trailrunning.de
Anschließend ging es weiter durch schmale Waldpfade und es machte richtig Spaß zusammen mit den anderen Läufern diese Single-Trails entlang zu laufen.

Schöne Single-Trails durch den Wald bei Weißenburg   (c) trailrunning.de

Schöne Single-Trails durch den Wald bei Weißenburg   (c) trailrunning.de
Ein schöner Streckenabschnitt war kurz vor der zweiten Genusssstation, bei der es über einige Wiesen und schöne Feldwege ging. Zu dem Zeitpunkt begleitete uns Anton Lautner von trailrunning.de, der viele tolle Fotos von Daniel und mir machte.

Am Wald entlang   (c) trailrunning.de

Quer über die Wiesen    (c) Daniel Platl
Über einen kleinen Bach   (c) trailrunning.de

Weiter durch schöne Landschaft  (c) trailrunning.de

   (c) trailrunning.de

2. Verpflegung: Wasser gegen die Hitze    (c) trailrunning.de
An der 2. Genussstation hätte es fränkische Bratwürste gegeben. Nicht gerade die optimale Verpflegung, aber probiert hätte ich es allemal. Leider hab ich nur die Wasserstation gesehen, was aber bei der Hitze genau richtig war. Leider gab es kein Isogetränk und ein Gel hatte ich auch nicht mit. Nach ein paar Meter gehen, lief Daniel gleich wieder an.

Rauf zur Kirche    (c) trailrunning.de

Und danach wieder runter   (c) Daniel Platl
Wenig Schatten auf dem Abschnitt    (c) trailrunning.de

    (c) trailrunning.de

Kurz vor dem letzten großen Anstieg    (c) trailrunning.de
War selbst gehend sehr anstrengend     (c) Daniel Platl
Der Anstieg schaffte uns alle, wobei einige doch noch laufen konnten
Oben in Geislohe endlich angekommen, gab es dann die 3. Genussstation mit Wasser, Bananen und frischen Striezeln. Einen Striezel nahm ich mir mit und aß diesen auf den nächsten Kilometern. Daniel ließ vom Tempo her nicht nach und ich konnte noch mithalten, aber es wurde immer schwerer für mich.

Ein Striezel als Wegzehrung
Die Laufwege waren immer gut ausgeschildert und abwechslungsreich ging es weiter Richtung Pappenheim.

    (c) trailrunning.de

    (c) trailrunning.de
An der 4. Genussstation gab es wieder Wasser und Kirschen, die sehr lecker schmeckten. Leider war ich zu dem Zeitpunkt schon gut paniert, sodass ich die Kirschen nicht wirklich genießen konnte. Ein Gel hätte mir jetzt noch gut getan und ich ärgerte mich, dass ich das eingeplante Rettungsgel nicht mitgenommen hatte.

Die 5. und letzte Genussstation kam kurze Zeit später in Pappenheim, bei der es geräucherten Fisch gab. Ob ich das vertragen hätte kann ich nicht sagen, aber ich habe es gar nicht erst versucht, dann nach Fisch war mir gerade überhaupt nicht.

Mit dem Abstieg von Pappenheim runter ins Altmühltal wurde es noch einmal anstrengend. Der Weg ging extrem steil nach unten und zum festhalten gab es auch nichts. Ich war froh, dass ich diesen Abschnitt ohne großen Ausrutscher heil überstand.

Nach knapp 20 Kilometer war der Abstieg von Pappenheim eine Herausforderung      (c) Altmühltrail.de
Kurz vor dem letzten Anstieg noch für die Kamera posen     (c) runnersworld.de
Der letzte Anstieg - die "Wand von Treuchtlingen"    (c) trailrunning.de
Nach dem letzten Anstieg, der "Wand von Treuchtlingen" hätte ich nur noch ein paar hundert Meter zum Haus meiner Eltern gehabt. Da fiel es mir schon schwer, in die andere Richtung zu laufen. Jetzt noch einen steileren Berg hinab und dann den letzten Kilometer noch an der Altmühl entlang zum Ziel. Genau bei der Überquerung der Brücke über die Altmühl knockte mich ein Seitenstechen aus und Daniel zog davon. Ich drosselte mein Tempo und der Schmerz wurde weniger. Ich lief das geringere Tempo weiter und war froh, dass das Ziel nicht mehr weit war.

Endlich im Ziel - vor einem Kilometer war ich nicht so entspannt       (c) trailrunning.de


Mein Zieleinlauf - Danke an die Zeitmessung von SAS für das Video.

Die Zielverpflegung fiel zwar etwas mager aus, aber mit einem leckeren Kaffee und Kuchen bei meinen Eltern auf der Terrasse war die Auffüllung der leeren Speicher kein Problem.

Danke an Daniel, dass Du das Tempo immer so hoch gehalten hast. Eigentlich wollte ich nicht so schnell laufen und es wirklich als Genusslauf ansehen, aber hinterher war ich dann doch froh, dass es wieder mal ans Limit ging. Bis heute habe ich noch keine Erklärung, woher das Seitenstechen auf den letzten Metern kam. Ich vermute mal, dass durch die wenige Energieaufnahme meine Vorräte aufgebraucht waren und es deshalb auftrat. Ein oder zwei Gels dazwischen hätten mir sicherlich sehr gut getan. Schön, dass ich diese Erfahrung machen konnte.

Trailrunning macht wirklich Spaß und ich werde sicherlich zukünftig öfter auch mal abseits der Straßen auf engen Wegen laufen. Ich hoffe auch, dass es nächstes Jahr erneut einen Altmühltrail geben wird.

Weitere Artikel und Bilder über den Altmühltrail: