Samstag, 21. Dezember 2013

Top 10 beim Kuhseetriathlon inklusive Staub- und Hitzeschlacht

Ende Juli findet jedes Jahr in Augsburg der Kuhsee-Triathlon statt. Ein beliebter Jedermann-Triathlon, mit über 300 Einzelstartern und mehr als 100 Staffeln. Organisiert wird der Event von der Augsburgerin Katja Mayer, einer erfolgreichen Profi-Triathletin (Siegerin Ironman Florida, Vize-Europameisterin, Amateurweltmeisterin IM Hawaii, 35 erfolgreiche Ironmanteilnahmen).

2008 war dies mein erster Triathlon. Geschwommen wird 500 Meter im Kuhsee. Gefahren wird auf einer Schotterstraße über 18 km entlang des Lechdamms. Gelaufen werden die 5 km auf einer kleinen Erhebung neben dem Lechdamm. Bei meiner ersten Teilnahme wurde noch durch ein kurzes, aber sehr enges Waldstück gefahren, wo es zu wilden und gefährlichen Überholmanövern kam. Diese Gefahrenstelle wurde nun beseitigt.

5 Jahre nach meinem Erststart, wollte ich an diesen Wettkampf vor meiner Haustür mal wieder teilnehmen, zumal meiner Kinder in den vergangenen 4 Jahren sowohl als Staffel- als auch als Einzelstarter sehr erfolgreich teilgenommen haben (von Platz 1 bis Platz 4 war alles dabei). So erfolgreich würde ich natürlich nicht sein, aber irgendwie reizte es mich schon auch mal eine gute Platzierung zu erreichen.

Die Wettervorhersage für den Wettkampftag war beeindruckend: heißestes Wochenende des Jahres, 35 Grad werden erwartet. Meine bisherigen Erfahrungen mit Hitzerennen waren alles andere als ermutigend. Glücklicherweise wurde der Startzeitpunkt für die Erwachsenen Einzelstarter auf den Vormittag vor verlegt, aber auch da war es schon recht heiß. Hart war es dann aber für meine Tochter, die erst um 13 Uhr starten durfte.

Die Startaufstellung war diesmal seitlich durch einen Torbogen begrenzt. Bisher konnte man sich recht breit am Ufer aufstellen, was dann zu einem zivilisierteren Start führte. Diesmal war ich inmitten des Gewühls und hatte das Gefühl, gar nicht vorwärts zu kommen. Zumindest strengte es mich wahnsinnig an.

Wie ich den Massenstart liebe - NICHT!
Auch steckte ich einige Schläge ein, die meine Stimmung nicht gerade steigen ließen. Oftmals schwamm ich im Wettkampf besser als im Training, aber diesmal konnte ich keinen Druck im Wasser aufbauen und so richtig gespürt habe ich das Wasser auch nicht. Zeitweise schwamm ich sogar Brust und ich fühlte mich wie ein Ersttäter ohne Kondition.

Dicke Backen nach einer unterirdischen Schwimmleistung
Die Schwimmzeit war entsprechend mies. Mit über 10 Minuten war ich gleich langsam wie vor 5 Jahren. 2 Minuten schneller hätte drin sein müssen. Ich hatte aber auch das Gefühl, dass der Zweiteiler mich gehörig bremste. Zwei Wochen danach machte ich einen Versuch und schwamm mal mit und mal ohne Oberteil. Der Unterschied war doch gewaltig. Sicherlich ist ein Zweiteiler schlechter als ein Einteiler, aber auch bei meinen Einteilern hatte ich immer das Gefühl mich mehr anstrengen zu müssen als nur in einer Badehose. Über einen guten Tipp für einen gut schwimmbaren Einteiler würde ich mich sehr freuen.

Kein Trübsal blasen, weiter geht's. Noch zwei Disziplinen Zeit zum Aufholen
Dann schnell zum Rad und raus auf die Schotterstrecke. Die meisten Athleten wie auch ich traten mit Mountain-Bikes an, aber einige fuhren auch mit ihren Rennrädern. Das hätte ich meinem Rennrad nicht antun wollen. Auf dem Schotter mussten wir einiges an Staub schlucken, sodass ich fast meine ganze Radflasche in der halben Stunde getrunken habe.

An ein fahren ohne Windschatten ist auf der einspurigen Straße mit Gegenverkehr nicht zu denken. Zu Beginn fahren zwei oder drei Fahrer nebeneinander. Wenn die ersten schnellen Radfahren dann entgegen kommen, wird es auf der einspurigen Straße recht eng.

Ich konnte einige Plätze mich nach vorne arbeiten. Zwar fahre ich auch gerne mit dem MTB, aber meine Sitzposition ist nicht optimal und der Vorbau ist zu groß. Da sollte ich etwas dran ändern, damit ich im nächsten Jahr etwas besser drauf sitze.

Staubschlacht auf der ganzen Radstrecke
Beim Wechsel auf die Laufstrecke schaffte ich es nicht, das Rad in die vorgesehene Halterung zu stecken. Der Reifen war einfach zu breit. Da neben mir genügend Platz war, legte ich mein Rad einfach auf dem Boden ab, schnappte mir die Schildmütze und begab mich auf die letzten 5 km.

Ein paar Stunden zuvor hat das Rad noch sauber augeschaut
Gleich zu Beginn der Laufstrecke gab es eine kleine Wasserdusche, die sehr angenehm war, bevor es wieder raus in die Sonne ging. Als mir die ersten Läufer entgegen kamen, habe ich erstmals mitgezählt, wie viele Teilnehmer vor mir lagen. Am Wendepunkt bei der Hälfte der Strecke lag ich noch auf Platz 30. Die Feuerwehr hatte dort eine große Wasserdusche aufgebaut. Aus zwei C-Rohren wurde ein kühler Schauer gezaubert. Für eine richtige Abkühlung hat es nicht gereicht, aber besser als nichts.
Auf dem Rückweg zum Ziel verlor ich noch ein paar Plätze an schnelle Läufer, sammelte aber auch noch ein paar andere Teilnehmer ein. Kurz vor dem Ziel sah ich noch einen Teilnehmer, dem ich immer näher kam. Kurz vor dem Zielkanal entschied ich mich ihn zu überholen. Ich zog an ihm vorbei und dachte ich könnte den Platz jetzt locker ins Ziel laufen. Denkste! Auf den letzten Metern wurde ich noch von ihm übersprintet.

Kurz vor dem Ziel wurde ich noch abgefangen
Gerne hätte ich hier das Video vom Zieleinlauf gezeigt, aber leider konnte ich es von der Homepage der Zeitnahmefirma hier nicht einbinden. Wer es trotzdem anschauen möchte, ruft bitte folgenden Link auf.

Zufrieden mit Platz 38 insgesamt und Platz 10 in der AK
Im Ziel war erstmal Kühlung angesagt und auch dringend notwendig. Danach kurz regenerieren, bevor ich meine Tochter bei ihrem zweiten Einzelstart tatkräftig anfeuerte. Sie war deutlich erfolgreicher wie ich und schaffte es trotz der brütenden Mittagshitze auf den 2. Platz in ihrer AK und auf den 3. Platz insgesamt. Da ziehe ich doch begeistert den Hut.

Kühlung ist notwendig

Der Staub hat seine Spuren hinterlassen

Zum Abschluss noch ein schönes Video, welches mit einem Quadkopter aufgenommen wurde. Zuerst gibt es Aufnahmen vom Nachtlauf, der am Abend vor dem Triathlon stattfindet. Bei 2:00 beginnt dann der Abschnitt vom Triathlon.


Nächstes Jahr werde ich wieder am Start sein und versuchen mich noch weiter vorne zu platzieren.