Sonntag, 22. Dezember 2013

Herbstläufe 2013 - Sheridanpark Meilen - Halbmarathon München - PflugsmühleLauf

Nachdem es mir im letzten Jahr die Herbstläufe durch ein ITBS am rechten Knie verhagelte, sollte es wenigstens dieses Jahr mit ein paar Läufen klappen. Die Vorzeichen dafür waren soweit in Ordnung, wenn auch nicht optimal, denn die Wadenverhärtung aus dem Frühjahr hatte sich zwischenzeitlich auf die Achillessehne ausgeweitet. Daher wollte ich die geplanten Läufe ohne irgendwelchen Zeitvorgaben angehen und einfach nur schmerzfrei durchlaufen.

Meine Vorbereitung darauf begann im Urlaub mit kurzen Waldläufen vor dem Frühstück mit meinen Kindern. Ich gönnte mir immer einen Tag Pause, denn die Achillessehne war noch etwas empfindlich und ich wollte nichts riskieren.

Wieder zurück aus dem Urlaub war ich während meine Tochter ihr Leichtathletik-Training hatte auf der Bahn und machte einige Runden mit Lauf-ABC und Tempo. Ansonsten gab es noch drei längere Läufe (> 10 km), wobei der längst mit fast 16 km einen Tag vor den Sheridanpark Meilen war.

Sheridanpark Meilen

Bei den Sheridanpark Meilen (organisiert von Katja Mayer) geht es über 5 Meilen (ca. 8 km) durch den Sheridanpark in Augsburg und entlang der Wertach. Kurze Anfahrt, kurze Strecke, fast maximale Anstrengung. Ich nahm mir zwar keine Zielzeit vor, wollte aber schon in unter 40 Minuten ins Ziel kommen. Das hat leider um 19 Sekunden nicht gereicht, aber trotzdem war ich zufrieden, zumal laut Route über Google Maps die Strecke um 500 zu lang war.


Am Abend nach dem Lauf war ich dann nochmal unterwegs und bin noch locker 2,5 km ausgelaufen.

In den zwei Wochen bis zum Halbmarathon lief ich nur noch zwei Mal. Darunter ein langer Lauf über fast 16 km.

Halbmarathon München

Ein perfekter Tag mit warmen Temperaturen und einem Start um 14 Uhr. Ich freute mich auf den Lauf und war mir sicher, ohne Schmerzen durchlaufen zu können.

Orientierung an den 2 Stunden Pace-Makern
Ich orientierte mich an den Pace-Makern für die 2 Stunden und blieb zu Beginn in deren direkter Nähe. Nach ein paar Kilometern arbeitete ich mich etwas nach vorne und lief mein eigenes Tempo, welches so bei 5:30 Minuten lag.

Start zum Halbmarathon
Auf Höhe des Ostbahnhofes sah ich vor mir einen Läufer mit Laufshirt vom Team-Erdinger. Nach ein paar Minuten war ich an ihm dran und wir liefen bis kurz vor dem Ziel zusammen. Wir unterhielten uns und hatten viel Spaß im Verlauf des Rennens.

Laufen im Team macht Spaß
Den Einlauf in das Olympiastadion durch das große Marathontor konnte ich im Gegensatz zu vor zwei Jahren viel mehr genießen. Damals war ich zwar 9 Minuten schneller, lief aber mit Schmerzen durch das Tor. Diesmal hatte ich keine Schmerzen und spürte einfach nur große Freude es geschafft zu haben. Im Tunnel lief gerade "Applaus, Applaus" von den Sportfreunde Stiller als ich durch kam. Es hätte nicht besser sein können.

Rein ins Olympiastadion durch das große Marathontor
Die letzten Meter im Stadion waren dann nur noch zum Genießen da.

Die letzten Meter
Kurz nach mir kam dann auch mein Erdinger Mitläufer an. Leider verlor ich ihn dann aus den Augen, als wir uns für die Verpflegung anstellen. Glücklicherweise gab es im Zielbereich wärmende Plastikumhänge, denn schon nach kurzer Zeit war mir recht kalt geworden.

Nach dem Halbmarathon wollte ich eigentlich nichts mehr machen und eine kurze Laufpause einlegen. Aber es kam ganz anders. Zwei Wochen nach dem Halbmarathon war ich bei meinen Eltern übers Wochenende. Kurz davor meldete ich mich bei Alexander, einem Bekannten von Twitter, ob er Lust auf einen gemeinsamen Lauf hätte. So einen 10er hätte ich mir schon vorstellen können, aber er meinte, dass er an dem Wochenende an einem vereinsinternen Lauf über 27 km teilnehmen würde und ich könnte doch mitlaufen. Unterwegs gäbe es zwei Verpflegungsstellen und am Ziel ein leckeres Abendessen.
Ufffff. Das klang alles sehr verlockend, aber ich brauchte dann doch ein paar Tage Bedenkzeit, bevor ich mich entschloss mitzumachen. Der Reiz war einfach zu groß, es nicht zu versuchen.

Pflugsmühlelauf über 27 km

Alexander und ich trafen uns, wie auch die restlichen Läufer, am Schulzentrum in Weißenburg in Bayern. Unter den Läufern waren wahnsinnig starke Läufer dabei, die einen Marathon in unter 2:30 Stunden schaffen oder welche, die den Transalp Lauf mitgemacht haben. Alexander meinte er würde in einem 5:30er Tempo laufen wollen, was ich für mich als machbar ansah.

Kurze Ansprache vor dem Start
Nach einer kurzen Begrüßung der 50 Teilnehmer ging es dann zuerst gemeinsam durch Weißenburg. Als wir Weißenburg hinter uns gelassen hatten, verschärften die starken Läufer ihr Tempo, während wir unserem Tempo treu blieben. Ich fühlte mich wohl und es machte Spaß auf recht kleinen Pfaden durch die Landschaft zu laufen. Zwischendurch unterhielten wir uns über das Training und Wettkämpfe. Da war die Welt noch in Ordnung.

Über 50 Teilnehmer liefen mit
Die erste Verpflegungsstelle kam bei Kilometer 13 kurz vor dem Brombachsee. Wir machten ein paar Minuten Pause, tranken etwas und stopften ein paar Kalorien noch rein. Anschließend ging es weiter entlang am Brombachsee. Das wieder Anlaufen fiel mir schwer und meine Mitläufer hielten das Tempo recht hoch. Ich hatte Mühe dran zu bleiben, aber es sollte noch schlimmer kommen. Nachdem wir die flache Passage entlang des Brombachsees hinter uns gelassen hatten, ging es einen heftigen Anstieg hoch. Hier musste ich komplett abreißen lassen. Ich war froh, dass ich Alexander immer noch in Sichtweite vor mit hatte, denn ich hatte keine Ahnung, wo die Strecke entlang führt. Anschließend konnte ich die gerissene Lücke wieder schließen, vermutlich auch weil Alexander etwas Tempo raus genommen hatte. 

Vorbei am Brombachsee und ich im Schlepptau von Alexander
Bis Großweingarten hatte ich mich dann atem- und herzfrequenztechnisch wieder gefangen, bevor es dann bergab nach Spalt ging. Bei 10% Gefälle ging das ganz schön auf die Oberschenkel. In Spalt freute ich mich dann auf die zweite Verpflegung samt kurzer Rast. Bis dahin hatten wir 22 km hinter uns gelassen und ich war weiter gelaufen als je zuvor. Die verbleibenden 5 km würde ich nun auch noch schaffen, obwohl ich schon von der "Wand von Spalt" gehört hatte. Nach ein paar Minuten machten wir uns wieder auf den Weg, der uns aus Spalt heraus und hinauf führte. Der Anstieg war soweit gesehen ok und gut machbar. Alexander hatte sich wie schon bei dem vorherigen Anstieg abgesetzt. Dann kam aber die "Wand von Spalt" und gefühlt ging es nur noch im Schritttempo voran. Es wurde immer steiler. Ich war zwar noch immer im "Laufmodus", aber ich bin mir nicht sicher, ob nicht gehen schneller gewesen wäre. Alexander pumpte oben auch heftig und als ich dann ankam, ging es gleich weiter. Der heftigste Teil war hinter uns, aber noch nicht alle Höhenmeter. Es ging moderat noch ein paar Meter weiter nach oben, bevor es dann wieder langsam abwärts ging. Ich war überrascht, dass ich immer noch Kraft in den Beinen hatte. Vermutlich hat das näher kommende Ziel mich nochmal motiviert. Gefühlt hätte ich noch weiter laufen können, aber irgendwie war ich dann doch froh an der Pflugsmühle angekommen zu sein. (Hier die Aufzeichnung der gelaufenen Strecke)

Höhenprofil des PflugsmühleLauf
Nach einer ersten Erfrischung mit einem Bier konnte man sich duschen und umziehen. Anschließend gab es ein riesiges Abendbuffet, um die leeren Speicher schnell wieder aufzufüllen. Dort sah ich dann auch, dass Rebecca Robisch mit gelaufen war und den schnellen Jungs vorne einheizte. Insgesamt gesehen war es ein perfekter Tag und ein toller Lauf ohne Zeitdruck, durch eine schöne abwechslungsreiche Landschaft. Danke an Alexander, dass du mir die Möglichkeit gegeben hast, bei euch mitlaufen zu dürfen. Da mache ich gerne wieder mal mit. :-)

Laufshirt zum PflugsmühleLauf 2013