Sonntag, 29. Dezember 2013

24 Stunden Schwimmen - Halbmarathon und 200m Ausschwimmen

Der Entschluss bei einem 24 Stunden Schwimmen mal teilnehmen zu wollen, reifte bereits im vergangenen Jahr nachdem ich 7 Einheiten an 6 Tagen geschwommen bin. Anfang Dezember fand das 24 Stunden Schwimmen in Haar statt, zu dem sich auch Stella, eine nette Twitter-Bekanntschaft angemeldet hatte.

Ich hatte eine relativ kurze Anfahrt von nur 45 Minuten, sodass ich den Tag recht locker angehen konnte. Startschuss war um 12 Uhr und ich war erst ein paar Minuten vor 12 Uhr im Hallenbad in Haar. Nach dem Check-In richtete ich mir einen Platz in der angrenzenden Turnhalle ein. Dort rollte ich meine Isomatte und Schlafsack im hinteren Teil der Halle aus. Dieser Teil der Halle war nicht beleuchtet, wodurch ich mir etwas mehr Ruhe erhoffte.

Die fünf Zähltische mit den fleißigen Helfern
Anschließend zog ich mich um und machte mich auf den Weg ins angrenzende Bad. Auf allen Bahnen war mächtig was los. Für die "Schnellschwimmer und Krauler" gab es eine eigene Bahn, aber auch nur eine. Auf dieser Bahn waren zu Beginn etwa 20 Schwimmer unterwegs. Auf einer 25 Meter Bahn bedeutet das recht wenig Platz zum Schwimmen. Die Zähler auf der Bahn hatten da am Anfang alle Hände voll zu tun. Ein Helfer sagte die Nummern der ankommenden Schwimmer an und ein weiterer Helfer notierte die geschwommenen 50 Meter auf der Karte des Schwimmers.

Gegen 12:30 Uhr machte auch ich mich auf ins Getümmel und spulte meine ersten Kilometer ab. Durch die vielen Schwimmer war es kaum möglich zu überholen. Entsprechend locker viel diese erste Einheit auch aus, wobei schon einige Schwimmer meinten sich alles erlauben zu können. Entsprechend rücksichtslos wurde dann auch überholt. Bei so einer Aktion bekam ich die Hand oder den Arm eines anderen Schwimmers voll auf meinen Unterarm ab. Die Prellung spürte ich noch einige Tage nach dem Schwimmen. Nach 4,2 km ging ich aus dem Wasser, denn ich hatte leider nichts zum Trinken mit in die Halle genommen. Ich zog mich auf meine Matte in der Halle zurück und füllte meine Energiespeicher wieder auf. Ich schlief sogar für einen kurzen Moment ein.

Gegen 16 Uhr raffte ich mich wieder auf ins Bad. Diesmal war schon deutlich weniger los auf den Bahnen, sodass es nun ein angenehmeres Schwimmen werden sollte. Einige der Schwimmer waren schon bei meiner ersten Einheit im Becken und hatten wohl einiges vor. In den nächsten zwei Stunden schwamm ich 5,8 km, womit ich 10 km beisammen hatte. In der nächsten Pause gönnte ich mir ein deftiges Gulasch. Nebenan saß Wigald Boning, von dem ich schon wusste, dass er neben Jokes auch Ausdauer kann. Anschließend versuchte ich nochmal etwas zu schlafen, war mir aber leider nicht gelungen ist. Einerseits ging jede Minute eine Lüftung an und aus und andererseits schnarchte mein "Nachbar" unüberhörbar.

Irgendwann hatte ich dann genug von dem "Konzert" und stand wieder auf. Ich schaute mir die ersten Zwischenergebnisse an. Dort traf ich dann auch Stella erstmals und wir unterhielten uns recht lange, bevor wir uns die Lage im Bad anschauen wollten. Nachdem dort nur wenige Schwimmer auf den Bahnen unterwegs waren, wollte sie ihre 10 km noch voll machen. Da ich eh nicht schlafen konnte, zog ich mich auch um und schwamm eine Stunde lang mit. Wegen der wenigen Schwimmer wäre es am Besten gewesen, einfach weiter zu schwimmen, aber die Luft bzw. das Chlor in der Halle bereitete nicht nur mir Probleme. Daher entschied ich mich zu einer erneuten Pause.

Gemütliches Schwimmen während der Nachtstunden (Quelle: 24 Stunden Schwimmen Haar)


Gegen 2 Uhr wollte ich wieder ins Wasser gehen. Es dauerte allerdings eine Weile, bis ich mich wieder aufraffen konnte. Beim Anblick des wenig belegten Beckens war meine Motivation wieder voll da. Wir waren zu viert auf der Bahn und schwammen in etwa ein ähnliches Tempo, sodass es kaum zu Überholungen kam. Die Luft war auch etwas besser geworden. Einer der Nachtschwimmer war Hamza Bakircioglu, der dieses Jahr bei seiner Längsdurchquerung des Bodensees aufgrund eines Gewitters nach 56 km aufgeben musste.

Auch in den Nachstunden auf einen guten Sitz der Mütze achten  (Quelle: 24 Stunden Schwimmen Haar)
Nach 7 km verließ ich das Becken und hatte nun insgesamt 20 km angesammelt. Die noch auf die geplanten 25 km fehlenden 5 km, wollte ich dann in einer letzten Einheit zusammen mit Stella machen.

In dieser Pause schlief ich allerdings tief ein und wachte gegen 8 Uhr. Ich fühlte mich wie gerädert und war total schlapp. Lust auf Schwimmen hatte ich keine mehr, aber einen Halbmarathon wollte ich schon noch voll machen. Für volle 5 km fehlte mir die Motivation, obwohl es im Bad immer noch recht gemütlich zu ging. So schleppte ich mich ins Becken und machte den Halbmarathon noch voll. Da ich mich nicht eingeschwommen hatte, wollte ich noch wenigstens 200 Meter "ausschwimmen". Somit kam ich mit 21,3 geschwommenen Kilometern auf Platz 15 von 60 männlichen Teilnehmern. Damit habe ich zwar mein Ziel verfehlt, aber einiges an Erfahrung für zukünftige Teilnahmen gesammelt.

Während der Nachstunden gab es eine gesonderte Wertung für den Mondscheinpokal. Die in einem gewissen Zeitraum geschwommenen Kilometer wurden extra gewertet und der Sieger dafür erhielt einen eigenen Pokal. In dieser Wertung schaffte ich es sogar auf Platz 4.

Hier noch die Berichte einiger Teilnehmer, welche ich im Verlauf der Veranstaltung persönlich kennen gelernt habe:




Insgesamt gesehen, war es eine sehr gut organisierte Veranstaltung mit folgenden positiven Merkmalen

  • Begrenzung auf 150 Teilnehmer - bis auf den Anfang war immer genügend Platz auf den Bahnen
  • Verpflegung konnte zu günstigen Preisen erworben werden
  • Kostenloser Tee für alle Teilnehmer
  • Turnhalle grenzt direkt an die Schwimmhalle - kurze Wege ohne dass man nach draußen muss
  • Versuch einer elektronischen Bahnenzählung - nächstes Jahr klappt es bestimmt

Einzig die starke Chlor-Luft muss negativ erwähnt werden, wobei ich mir sicher bin, dass die Veranstalter alles daran gesetzt haben, dieses Problem zu beheben.

Jedenfalls werde ich mir den Termin für 2014 frei halten und die 30 km anpeilen.