Sonntag, 24. November 2013

Platz 17 der gemischten Staffeln bei der Challenge Roth 2013 - Wettkampfbericht

Nach 2012 fuhr ich auch in diesem Jahr in einer Staffel als Radfahrer bei der Challenge Roth mit. Aus den Erfahrungen vom Vorjahr habe ich mitgenommen, dass die Kraft so ab Kilometer 130 ein wichtiger Faktor ist. Leider hatte ich in der Vorbereitung kaum gezieltes Krafttraining gemacht aber zumindest waren die Umfänge auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr. Daher war ich froh als letzte größere Vorbereitung nochmal eine 175 km lange Einheit auf dem Zeitfahrrad mit vielen Höhenmetern machen zu können (hier der Bericht dazu). Diese Einheit bestätigte mich dann doch, dass die Vorbereitung nicht so schlecht war.

Die TRIMORE Staffel 2013. Rechts neben mir Rainer (Läufer) und  Nadja (Schwimmerin)
Am Freitag Mittag fuhr ich zu meinen Eltern nach Treuchtlingen und schlug dort mein "Basislager" auf. Am späteren Nachmittag ging es dann nach Roth zur Abholung der Startunterlagen. Gleich neben dem Anmeldezelt war die "Challenge Lounge", wo gerade Chris McCormack einige Fragen beantwortete. Er startete ebenfalls in einer Staffel als Schwimmer.

Macca in der Challenge Lounch
Etwas später sah ich noch Timo Bracht am Stand seines Sponsors.

Timo Bracht
Ich schlenderte noch über die Tria-Messe und traf dabei noch die beiden Kai's und Martin von dem Trainingslager in Südtirol 2012.

Nachdem ich all das Material der Startunterlagen (das Ganze in 3-facher Ausfertigung) zurück zum Auto brachte, traf ich mich mit Sebastian, den ich bereits persönlich von der Pasta Party bei der Challenge Kraichgau her kannte. Die Schlage zur Pasta Party war lang, aber wir hatten uns viel zu erzählen und so verging die Zeit recht schnell. Irgendwann konnten wir dann auch unsere Teller mit Nudeln füllen. Während wir aßen, wurden die teilnehmenden Profis vorgestellt, wobei wir akustisch davon nichts mitbekamen. Die Schlange im Zelt für den Kaiserschmarn Nachtisch war zwar nicht lang, aber da alles frisch zubereitet wurde, dauerte es für den Nachtisch doch recht lang. Zwei Reihen vor mir stand die Drittplazierte des Ironman Germany 2013 Kristin Möller ebenfalls an. Nachdem sie das gleiche Athletenband trug wie ich, wusste ich, dass sie in einer Staffel die Radstrecke absolvieren wird - und das eine Woche nach einer Langdistanz. Respekt!

Nach der Pasta Party ging ich zur Bayern 3 Party am Marktplatz in Roth und blieb dort fast bis zum Schluss.

Sebastian und ich verabredeten uns erneut für Samstag beim Bike Check-In. Wir bestaunten die Bikes der Halbprofis. Zufällig traf ich beim Check-In noch eine Bekannte, die auch in einer Staffel Rad fährt.

Bike Check-In
Am Abend traf ich mich noch mit meinen Staffelkollegen Nadja und Rainer, die ebenfalls in Treuchtlingen übernachteten.

Am Sonntag ging es um 6 Uhr zuerst nach Roth und anschließend zum Schwimmstart. Die Stimmung auf der Brücke war wieder gigantisch und die Vorfreude stieg von Minute zu Minute.

Die Profis kurz vor der letzten Wende beim Schwimmen
Wir gingen zusammen in die Wechselzone der Staffler. Ich absolvierte meine letzten Vorbereitungen am Rad.

Die letzten Vorbereitungen laufen
Nadja bereitete sich ebenfalls auf ihr Schwimmen vor. Ihre Vorbereitung war leider nicht so gut wie im Vorjahr, als sie sich auf die Senioren Schwimm-WM vorbereitete, bei der sie über 100m Rücken Bronze und über 200m Rücken Silber gewann. Dieses Jahr hatte sie Probleme mit dem Rücken, sodass sie uns schon im Vorfeld die Hoffnung auf eine ähnlich gute Zeit wie im Vorjahr (56 Minuten) nahm. Wir begleiteten Nadja zum Start und wünschten uns alle ein gutes und verletzungsfreies Rennen. Rainer und ich positionieren und auf Höhe der Startlinie und bewunderten Nadjas Gelassenheit kurz vor dem Start.

Nadja ganz entspannt an der Leine hängend ...
bevor es beim Schwimmstart rund geht. Beeindruckend und beängstigend zugleich.
Bei solchen Bildern weiß ich, warum ich beim Schwimmstart eher hinten bin.

Dann begann das lange Warten. Ich versuchte mich soweit es ging noch im Gras zu entspannen, aber so richtig ist mir das nicht gelungen. Als die ersten Staffelschwimmer aus dem Wasser kamen, bezog auch ich schon mal Position am Rad. Rainer stellte sich mit seiner Kamera zum Schwimmausstieg. Nach 1:04 kam Nadja aus dem Wasser. Ich nahm ihr den Transponder ab, schnappte mein Rad und machte mich auf die 180 Kilometer.


Wer sein Fahrrad liebt, der trägt
Und hopp rauf aufs Rad
Rein in die Schuhe und los gehts
Der erste Abschnitt bis Greding lief locker und flüssig. Die Anstiege (Seiboldsmühle, Selingstadt) bin ich relativ gemütlich gefahren, denn der Weg war ja noch lang. Auf der "Drückerpassage" von Selingstadt nach Greding machte es wie schon so oft zuvor im Training am meisten Spaß. Mit etwas Rückenwind und leicht bergab ging es mit fast 40 Sachen durch die Landschaft. Das macht echt Laune. Bei der Zeitmatte in Greding kurz vor dem Kalvarienberg hatte ich im Vergleich zum Vorjahr einen Vorsprung von fast 4 Minuten rausgefahren. Das ist schon mal ein guter Anfang. Den Kalvarienberg ging ich wieder locker an und ich freute mich, meine Eltern dort gesehen zu haben.

Mit einigen Mitfahrern entwickelte sich jetzt ein abwechslungsreiches Spielchen. Diese machten in der Ebene gewaltigen Druck auf dem Pedal und fuhren mir rasant davon. In den Anstiegen fuhren sie allerdings dann noch langsamer als ich und ich überholte sie wieder. Oben angekommen wiederholte sich das Spiel.
Kurz vor dem Solarer Berg dann die nächste Zeitmessung. 16 Sekunden langsamer als im Vorjahr - naja nicht wirklich der Rede wert.

Die Auffahrt durch das "Spalier von Solar" gestaltete sich schwierig, denn wie vorhin schon beschrieben, war leider einer der langsamen Bergauffahrer vor mir. Mit einer Straßenbreite von maximal einem Meter ist an ein Überholen nicht zu denken. Daher musste ich bergauf sogar bremsen. Das ist mir ja noch nie passiert. Egal - die Stimmung hier sollte man sowieso viel länger genießen.

In der zweiten Rad-Runde waren nur noch einige Staffel Radfahrer und langsame Solostarter unterwegs. Auf dem Weg nach Greding flog ich regelrecht an denen vorbei. Im Vergleich zum ersten Abschnitt nach Greding war ich zwar fast zwei Minuten langsamer als in Runde 1, aber dafür fast 1 1/2 Minuten schneller als 2012. Nach dem Kalvarienberg kam im Vorjahr der fiese Gegenwind und zeitgleich mein Kraft-Einbruch. Diesen Einbruch verspürte ich in diesem Jahr nicht so stark und ich konnte weiterhin Zeit gut machen. Besonders im letzten Abschnitt hatte ich noch einiges an Kraft übrig. So konnte ich bis zur Wechselzone noch Zeit einholen.

Am Abend vor der Challenge wurde ich auf Twitter noch nach meiner erwarteten Zielzeit gefragt. Ich schrieb damals, dass ich mit einer Zeit von 5:15 Stunden zufrieden wäre. Mit 5:14:31 Stunden habe ich meine gewünschte Zeit wohl voll getroffen. Etwas über 8 Minuten war ich schneller als das Jahr zuvor. Des weiteren war mein Durchschnittspuls über die ganze Zeit um 2 Schläge niedriger als in 2012.

Eigene Messung Station Zeit 2012 Zeit 2013
Zeit Diff
Ø 2012
Ø 2013
Ø Diff
1. Greding
1:04:42
1:00:51
00:03:51 164 160 -4
2. Solarer Berg
1:00:04
1:00:20
-00:00:16 162 158 -4
3. 1. Runde
0:24:23
0:24:12
00:00:11 163 157 -6
4. Greding
1:04:15
1:02:49
00:01:26 160 159 -1
5. Solarer Berg
1:06:24
1:05:39
00:00:45 156 157 1
6. 2. Runde
0:26:47
0:25:55
00:00:52 158 156 -2
7. Ende 0:17:10 0:16:23 00:00:47 157 160 3
Gesamt 05:22:40 05:14:31 00:08:09 160 158 2

Offizielle Zeit
Zeit 2012 Zeit 2013 Zeit Diff
Bike 37km 01:04:45 01:00:23 00:04:22
Bike 70km 01:00:03 01:00:21 -00:00:18
Bike 120km 01:28:40 01:27:02 00:01:38
Bike 153km 01:06:23 01:05:40 00:00:43
Bike Finish 00:42:48 00:41:05 00:01:43
Gesamt 05:22:40 05:14:31 00:08:09

In der Wechselzone wurde mir von einem freundlichen Helfer das Rad abgenommen. Bemerkenswert finde ich in diesem Zusammenhang, dass die Helfer nach dem Abstellen des Rades den Radcomputer stoppen. Das ist nicht bei allen Wettkämpfen so. Ich lief zum Wechselbereich der Staffeln und suchte unseren Läufer Rainer. Ich fand ihn recht schnell. Er nahm mir den Chip ab und fragte noch kurz nach meiner Zeit. Mit einem freundlichen "Hau rein!" schickte ich ihn auf die Marathon-Stecke.

Ich verpflegte mich direkt danach, holte meine Laufschuhe aus meinem Wechselbeutel und verstaute den Helm darin. Dann ging ich aus der Wechselzone und telefonierte mich mit unserer Schwimmerin und meinen Eltern zusammen. Es dauerte eine Weile, bis wir uns alle trafen. 

Mit Rainer habe ich im Vorfeld ausgemacht, dass ich die Strecke von der Lende bis nach Roth (km 36 bis 39) mit ihm laufen möchte. Daher machte ich mich auf dem Weg zur Lende, denn ich wollte ihn bei der Halbmarathon-Marke erstmals treffen. Es war schon einiges an Zeit vergangen, seit dem Rainer unterwegs war und ich hatte das Gefühl, dass ich mich beeilen sollte, um ihn nicht zu verpassen. Daher begann ich loszulaufen. Ich war überrascht, dass ich zwar nicht gerade schnell, aber doch gut vorwärts kam. Ich machte zwischendurch immer wieder ein paar Pausen, die einige Zuschauer mit einem "Weiter, auf geht's, geht schon noch." quittierten. Das motiviert und ich begann wieder zu traben. An der Lende angekommen positionierte ich mich genau an der Kurve, wo ich die Läufer aus Richtung Schwanstetten sehen konnte. Dort angekommen holte ich mein Handy raus und machte mich bereit. Genau in dem Augenblick kam auch Rainer schon an mir vorbei gelaufen. Ich hätte keine Sekunde später dort sein dürfen.

Rainer schon im Anflug
Eigentlich wollte ich Rainer noch zurufen, dass ich mir nicht wirklich sicher war, ob ich sein Tempo mit zurücklaufen könnte. Aber er war so schnell an mir vorbei, dass ich gar keine Zeit dazu hatte. Bei einem Sub3 Läufer ist das ein 4:15 er Tempo. So was laufe ich vielleicht mal einen Kilometer als Intervall und dann ist eine lange Pause notwendig. Jetzt sollte ich nach 180 km auf dem Rad noch drei Kilometer ohne Pause in dem Tempo durchlaufen? Ich konnte es mir nicht vorstellen. Jedenfalls wartete ich an der Lende auf ihn. Zwischenzeitlich sah ich meinen Kollegen Kai vorbei laufen und ich feuerte ihn für seine letzten sechs Kilometer an. Er sah schon recht fertig aus und so fühlte er sich auch. Ich entschloss mich kurzerhand mit ihm zurück nach Roth zu laufen, denn Rainer würde noch einige Zeit brauchen und bis dahin würde ich wieder zurück sein. Also liefen wir so ungefähr zwei Kilometer zurück Richtung Roth. Bei Kilometer 38 lies ich ihn alleine weiter ziehen und ich kehrte um zurück in Richtung Lende. Irgendwie hatte ich jetzt schon fünf Kilometer in den Beinen, obwohl ich doch nur drei laufen wollte. Daher lief ich nicht mehr ganz bis zur Lende zurück und wartete dazwischen auf Rainer. 

Während ich wartend und schauend am Streckenrand stand, wurde ich immer wieder von Zuschauern angefeurt weiter zu laufen. Ich musste einige Male erklären, dass ich auf unseren Staffel-Läufer warten würde. 

Endlich kam Rainer an und wir liefen gemeinsam zurück. Es lief besser als ich dachte und ich konnte sein Tempo mitgehen und sogar bei dem letzten Anstieg kurz bevor die Schleife nach Roth führt, konnte ich das Tempo halten. Rainer lief die Schleife durch Roth und ich versuchte unsere Schwimmerin Nadja für den gemeinsamen Zieleinlauf zu erreichen. Ich wartete am Staffeltreffpunkt. Als Rainer kam liefen wir gemeinsam weiter, nahmen später noch Nadja mit und genossen den unglaublichen Einlauf in das Stadion. Mit 9:25:45 schafften wir es auf Platz 17 von 273 gemischten Staffeln. 

Nach 9:25:45 im Ziel - welch ein Genuss
Hier unsere Splitzeiten:

SplitZeitPlatz
Swim01:04:2364
Trans 100:02:35235
Bike05:14:3155
Trans 200:01:019
Run03:03:1816

In der Zielverpflegung traf ich Sebastian, der mit einer Zeit von 10:48 seine erste Langdistanz finishte. Eine tolle Leistung. Ich wäre froh, wenn ich mit so einer Zeit meine erste Langdistanz schaffen würde. 

Am Ende gab es noch etwas Hektik, da Rainer den Chip mitnahm, den ich noch für den Bike-Check-Out benötigte. Ich versuchte vergeblich ihn auf dem Handy zu erreichen, aber die Mobilfunkversorgung im Zielbereich war so gut wie nicht vorhanden. Also musste ich versuchen, ihn auf dem Parkplatz abzufangen und rannte nochmal los. Letztendlich schafften wir es noch, dass ich den Chip bekam. Puh, Glück gehabt.

Ich blieb noch bis zum abschließenden Feuerwerk. Es hat leider noch recht lange gedauert, bis dann das Feuerwerk losging. 



Danach musste ich noch mein Rad abholen, welches ich nach einiger Sucherei fand. Einzig meinen Wechselbeutel konnte ich nicht finden, sodass einer der Helfer sich auf den Weg machte und die ganze Wechselzone absuchte. Nach etwa 10 Minuten kam er mit meinem Beutel. Danach fuhr ich mit dem Rad zum Auto, vertaute alles und machte mich auf die Heimfahrt. Gegen 1:30 Uhr kam ich daheim an, verstaute dort alles notwendige und war froh, um 2 Uhr im Bett zu sein. Mit nur 4 Stunden Schlaf ging es am nächsten Tag wieder in die Arbeit.

Ein langer, erfolgreicher Tag mit einem schönen Wettkampf war zu Ende. Die Zuschauer und Helfer waren wieder der Hammer und ich kann es schon fast nicht mehr erwarten, dort alleine zu starten. 

Nächstes Jahr werden wir leider keine Staffel haben. Vielleicht biete ich meine "Rad-Dienste" in der Staffelbörse an. Wer also noch einen Radfahrer für eine Staffel sucht, kann sich gerne bei mir melden.

Viele Grüße

Matthias