Samstag, 24. August 2013

Letzte lange Tour vor der Challenge Roth über 174 km

Knapp zwei Wochen vor meinem Staffeleinsatz bei der Challenge Roth sollte es noch einmal eine lange Tour geben, bei der ich letzte Kraftreize setzen wollte. Außerdem wollte ich noch einige Kilometer auf dem Zeitfahrrad sammeln, sodass ich mich mit dem Wettkampf-Setup (Scheibe und Hochprofilfelge) in die Berge aufmachte.

Mit einem Kollegen starteten wir kurz nach 8 Uhr in Brannenburg und fuhren über das Sudelfeld nach Bayrischzell. Nach 500m einrollen ging es mit 18% gleich heftig zur Sache. Nicht wirklich optimal, aber was soll's. Nach der kurzen steilen Anfangspassage und einspurigem Tunnel ging es dann gemütlicher weiter bergauf. Besonders angenehm ist die Maut-Passage, auf der nur sehr wenige Autos und Motorräder unterwegs sind. Zwar wurde der Anstieg im Verlauf wieder etwas steiler, aber trotzdem lässt sich das Sudelfeld recht einfach fahren. Die Abfahrt nach Bayrischzell läuft sehr flüssig und kann in flottem Tempo gefahren werden.

Wir fuhren weiter in Richtung Schliersee und bogen kurz zuvor zum Spitzingsattel ab. Erst vor 9 Tagen fuhr ich den Spitzingsattel beim Alpen-Triathlon im Nebel hoch. Diesmal war das Wetter optimal und es war ein Genuss, die knapp 4 km hoch zum Spitzingsee zu fahren. Oben angekommen, gönnte ich mir eine kurze Pause und genoss den Blick auf den See.

Erste Rast am Spitzingsee
Weiter führte uns die Route ins Valep und über die Moni Alm nach Rottach-Egern. Von dort aus ging es dann weiter über den sich lang ziehenden Achenpass nach Österreich. Es geht zwar stetig bergauf, aber trotzdem kann hier mit recht hoher Geschwindigkeit gefahren werden. In Achenkirch angekommen machten wir eine längere Pause bei einem Bäcker, bevor wir dann noch kurz beim Achensee vorbei schauten.

Halbzeit am Achensee

Am liebsten wäre ich in den See gesprungen
Nach einem kurzen Stopp am See machten wir uns wieder auf den Rückweg. Es wurde nun recht heiß, aber die Fahrt vom Achenpass brachte genügend Kühlung. Der Anstieg hoch zum Spitzingsee über das Valep war zum großen Teil im Schatten und auch die Abfahrt vom Spitzingsattel kühlte ordentlich.


Blick auf den Schliersee vom Spitzingsattel aus
Dies verleitete mich dann auch auf der Strecke nach Bayrischzell das Tempo mal etwas anzuziehen. In Bayrischzell spürte ich dann doch die Hitze und Anstrengung und wusste, dass das Sudelfeld nun kein Spaß mehr werden würde. Wenig Fahrtwind, stehende Hitze und ein 4 km langer Anstieg holten die letzten Kraftreserven aus mir raus. Die Abfahrt nach Brannenburg war dann die Belohnung für eine tolle Tour.

Bayrischzell

Polar-Aufzeichnung

Die gefahrene Strecke
Insgesamt fuhren wir 174 km, erklommen 2540 Höhenmeter, waren 7 Stunden auf dem Rad unterwegs und verbrannten 4500 kcal.

Freitag, 23. August 2013

Wettkampfbericht Alpen-Triathlon

Durch mein DNS bei der Challenge Kraichgau und der nicht benötigten Regeneration danach, kam ich auf die Idee, noch vor meinem Staffelstart bei der Challenge Roth, einen Triathlon zu machen. Zeitlich boten sich da der Stadt-Triathlon in Erding und der Alpen-Triathlon am Schliersee an. Den Triathlon in Erding habe ich schon zwei Mal bestritten und würde jederzeit wieder dort starten. Ich hatte aber für den Alpen-Triathlon schon seit zwei Jahren einen Gutschein, weil ich 2011 dort verletzungsbedingt nicht antreten konnte. Dieser Gutschein wurde mir freundlicherweise vom Veranstalter Jahr für Jahr verlängert. Herzlichen Dank an dieser Stelle an Andreas Fischer für diese unkomplizierte Handhabung.

Am Vorabend stellte ich noch fest, dass sich meine Gangschaltung verstellt hat. Daher musste ich vor Ort eine Möglichkeit finden, die Schaltung gefixt zu bekommen. Ich wusste nicht, ob auf dem Veranstaltungsgelände ein Fachmann ist. Daher schaute ich mich am Abend noch nach einem Bikeshop im Internet um, der schon recht früh offen hat. Ich fand das Schlierseer Radhaus direkt am Ortseingang von Schliersee.

Am Samstag früh fuhr ich zum Schliersee. Beim Vorbeifahren am Schlierseer Radhaus sah ich, dass der Laden schon offen war. Daher hielt ich gleich an und fragte, ob mir die Schaltung gleich eingestellt werden könnte. Trotz der morgentlichen Hektik wurde meine Schaltung noch außerhalb der Öffnungszeiten eingestellt. Sie verlangten für die Einstellung nicht einmal Geld. Was für ein Service. Vielen Dank.

Ich parkte mein Auto direkt am Bahnhof, in kurzer Entfernung zur Wechselzone 1, holte erstmal meine Startunterlagen ab und "verarbeitete" diese dann. Es begann leicht zu regnen und mir kamen die Bilder vom Stadttriathlon München und Kraichgau in den Kopf und hoffte, dass es nicht schlimmer wurde. Angesichts der Tatsache, dass es am Ende der Radstrecke auf über 1100 Meter hoch geht, würde es dort oben noch richtig unangenehmer werden können. Daher wollte ich mit Windweste fahren, um wenigstens etwas Schutz vor der Auskühlung zu haben.

Eine großzügige Wechselzone
Als es kurzzeitig mal aufhörte zu regnen, richtete ich meine Wechselzone ein und gab den Laufbeutel ab. Ich beobachtete noch den Einmarsch der Elite-Athleten und auch deren Start, bevor ich mich in den Neo zwängte und mich einschwamm. Ich startete in der letzten Startgruppe und reihte mich auf dem sehr breiten aber nicht sehr tiefen Startbereich am Ufer ganz hinten ein. Ich wollte möglichen Schlägen beim Start aus dem Weg gehen. Das funktionierte auch sehr gut und ich hatte meist genügend Platz zum Schwimmen. Ich kam recht gut voran, wobei ich mich schon mal besser fühlte. Rechts konnte ich einen Schwimmer ausmachen, der in etwa mein Tempo schwamm. Kurz vor der ersten Boje zog er an mir vorbei und war danach gleich einige Meter weg von mir. Jedoch schaute er scheinbar nicht so genau nach der 2. Boje und driftete nach rechts ab, während ich auf direktem Weg die 2. Boje anschwamm, sodass ich dort auch vor ihm ankam. Orientierung ist Trumpf. Beim Weg zurück zum Ausstieg orientierte ich mich am großen Kirchturm von Schliersee, welcher nicht zu übersehen ist. Ich überholte ein paar Schwimmer aus der vorherigen Startgruppe und kam nach etwas über 26 Minuten aus dem Wasser. Somit hatte ich ein ähnliches Tempo wie beim 4km Schwimmen. Nicht gut, aber trotzdem ok. Weiter geht es zur Wechselzone über Schotter. Barfuß ist das ganz besonders unangenehm. Ein paar Teppiche hätten hier nicht geschadet.
Ein paar Teppiche über den Schotter hätten nicht geschadet
Fies ist, dass die Wechselzone 1 am Hang ist und erst mal ein paar Höhenmeter zu laufen sind. Entsprechend ausgepumpt kam ich am Rad an. Mit der Windweste ging es dann auf die Radstrecke. Die ersten Kilometer sind noch ganz gut zum einrollen, wobei es dort am meisten Spaß macht auf die Tube zu drücken. Kurz vor dem ersten Anstieg rutschte einem vor mir fahrenden Athleten in einer 90 Grad Kurve das Hinterrad weg. Er konnte sich gerade noch fangen. Die Strecke ist sehr abwechslungsreich und es ging permanent rauf und runter. Es gab auch wirklich kurze und sehr knackige Anstiege, die einiges an Körner kostet. Der Regen hatte glücklicherweise aufgehört und die Straßen waren erfreulicherweise trocken. Erst kurz vor dem Anstieg zum Spitzingsattel fing es wieder an leicht zu regnen. Dies hielt auch bis zum Sattel oben an. Den Spitzingsattel kannte ich bereits von einer früheren Ausfahrt und ging daher entspannt in den Anstieg rein. Je höher wir kamen, desto nebliger wurde es. Zum Schluss konnte ich durch meine Brille nichts mehr erkennen, sodass ich die Brille runter nahm. Leider waren am Sattel selber nicht sehr viele Zuschauer zum Anfeuern da, aber bei so einem Wetter ist es auch verständlich. In der kurzen Abfahrt zur Wechselzone 2 konnte ich die Beine noch etwas lockern. Das Rad wurde mir abgenommen und ich lief zu meiner Box, in der die Schuhe auf ihren Einsatz warteten.

Der erste Teil der Laufstrecke ging zuerst einmal steil bergab zur Albert Link Hütte. Auf dem Weg dort hin liefen einige Kühe frei herum und flüchteten vor uns Athleten. Unten bei der Hütte angekommen ging es dann auch gleich wieder rauf und es stellte sich bei mir ein unangenehmes Seitenstechen ein. Das hatte ich bisher noch nie, aber das Bergab-Laufen muss das wohl verursacht haben. Nach dem Anstieg ging es dann recht flach wieder zurück zum Spitzingsee. Bisher kam ich soweit recht gut durch und hatte auch keine Schmerzen in der Wade. Dann ging es auf die erste der zwei Runden rund um dem Spitzingsee. Der Nebel hing immer noch sehr stark über uns, sodass das schöne Panorama leider nicht sichtbar war. Der Weg rund um den See war flach, schmal und kiesig. Doch plötzlich wurde der Weg breit und steil und über tiefes Gras ging es die berühmte Kuhwiese hoch. Ein Garant für hohen Puls. Oben gab es dafür eine Verpflegungsstelle. Nach einem kurzen flachen Stück ging es dann auf Asphalt wieder bergab zurück und in die zweite Runde. Ich lief auf zwei Athleten auf, die sich vor mir locker unterhielten. Sie boten mir an, vorbei zu laufen, aber deren Tempo war ok für mich und außerdem kam die Kuhwiese nochmal. Die beiden waren noch in ihrer ersten Runde und auf der Kuhwiese zog ich dann doch an den beiden vorbei. Der Rest war dann noch lockeres auslaufen und Zieleinlauf genießen. Ich kam mit einer Zeit von 2:53:44 im Ziel an und war damit zufrieden. Ich konnte mal wieder schmerzfrei laufen, auch wenn die Laufzeit nicht berauschend war.

Die für den Alpentriathlon berühmte Zielverpflegung (Kaiserschmarrn) schmeckte sehr lecker. Nach der ersten Portion merkte ich, wie kalt ich doch geworden bin. Glücklicherweise stellten die Veranstalter Wärmedecken zur Verfügung und so konnte ich mir noch eine weitere Portion genehmigen. :-)

Im Ziel traf ich noch den Gerhard Müller, den Seniorensportwart des BTV, den ich von meinem Schwimm-Seminar im März kannte. Er finishte seinen 26. Alpentriathlon bei der 26. Auflage. Eine stolze Leistung sind auch seine über 300 absolvierten Triathlon Wettkämpfe.

Die Rückfahrt nach Schliersee gestaltete sich etwas schwierig, denn ich musste alles in dem kleinen Laufbeutel unter bringen und mein Rad suchen, welches nicht nach Startnummern sortiert abgestellt wurde, sondern nach der Ankunftszeit. Nach einiger Zeit fand ich mein Rad und freute mich schon auf die rasante Abfahrt.

Der Alpentriathlon ist eine sehr gut organisierte Veranstaltung mit einem gewissen Kult-Charakter. Die Radstrecke ist sehr selektiv und auch die Laufstrecke nicht einfach. Bei schönem Wetter motiviert die Landschaft bestimmt noch mehr. Daher werde ich bestimmt mal wieder daran teilnehmen.

Viele Grüße

Matthias