Dienstag, 9. Juli 2013

Challenge Kraichgau 2013: DNS

Challenge Kraichgau 2013
Den Wettkampfbericht der Challenge Kraichgau kann ich recht kurz halten und mit 3 Buchstaben abkürzen: DNS
Ganz so einfach ist es dann doch wieder nicht, aber alles der Reihe nach.

So ein kleiner Kofferraum ist schnell mal voll












Am Samstag packte ich das ganze Material ins Auto und fuhr gegen Mittag los. Vor Ort holte ich zuerst die Startunterlagen ab. Zwischenzeitlich verabredete ich mich mit Wolfgang und Sebastian über Twitter, dass wir uns bei der Pasta-Party treffen wollten. Dies hat auch gut funktioniert und so wurde aus bisher virtuellen echte Kontakte.

Sebastian und ich fuhren nach dem Ende der Wettkampfbesprechung und Tombolaverlosung (leider haben wir nichts gewonnen) noch gemeinsam zum Bike-Checkin. Anschließend ging es für mich noch weiter zu meiner Unterkunft, während Sebastian auf dem Parkplatz im Auto übernachten wollte.

Das Rad von Andreas Raelert in der Wechselzone - Challenge Kraichgau 2013
Am nächsten Morgen erwachte ich gut ausgeschlafen. Meine Vermieterin hatte jedoch vergessen, ein Frühstück für mich herzurichten, obwohl wir noch am Abend zuvor darüber gesprochen haben. So fängt der Tag schon mal weniger gut an. Glücklicherweise hatte ich noch ein paar Schoko-Kekse, die ich dann aß. Gegen 7 Uhr fuhr ich nach Ubstadt-Weiher. Schon während der Fahrt konnte ich die sich nähernden dunklen Wolken sehen. Mit meiner Ankunft am Parkplatz begann es auch zu regnen. Zuerst normal, aber es wurde dann schnell heftiger. Ich hatte noch genügend Zeit und so wartete ich im Auto. Der Regen entwickelte sich zu einem heftigen Wolkenbruch und viele Athleten kamen wieder zurück zu ihren Autos. Zwischenzeitlich bekam ich über Facebook die Info, dass der Start um eine halbe Stunde verschoben wurde.

Wolkenbruch mit Gewitter vor dem Start der Challenge Kraichgau 2013
Nachdem der Regen dann etwas nachgelassen hat, ging ich zur Wechselzone. Schon auf dem kurzen Weg dorthin war ich fast vollständig durchweicht. Ich brachte alle notwendige zum Rad und versuchte mich dann im Wechselzelt umzuziehen. Jedoch waren beide Zelte bereits so überfüllt, dass ich notgedrungen den Neo im Regen anziehen musste. Das ist eine richtige Qual, wenn alles nass ist. Irgendwann hatte ich den Neo dann zur Hälfte an. Ich packte meine Sachen zusammen und suchte noch nach einer Möglichkeit mich irgendwo unterstellen zu können. Je mehr ich durch den kalten Regen ging, desto kälter wurde mir und irgendwie überkam mich ein schleichender Gedanke, dass es bei den Bedingungen keinen großen Spaß machen würde, einen Wettkampf über 5 Stunden zu absolvieren. Wärmende Kleidung (Armlinge oder Weste) hatte ich auch keine dabei, sodass ich nur mit dem Zweiteiler unterwegs gewesen wäre. Außerdem hatte ich noch keine Erfahrung mit den Carbon-Bremsen bei Nässe gemacht, sodass mir die vielen Abfahrten auf der Radstrecke doch etwas gefährlich erschienen. Vielleicht war es auch meine Erfahrung aus der Regenschlacht beim jährigen Stadt-Triathlon in München, die mich an einem Start zweifeln lies. Oder vielleicht war es alles zusammen. Jedenfalls hatte ich in Bezug auf einen Start ein ungutes Gefühl im Bauch. Sicherlich sollte Kraichgau mein Hauptwettkampf sein und die Atmosphäre wäre bestimmt toll gewesen, aber letztendlich habe ich mich dann doch dazu entschlossen, nicht an den Start zu gehen. Was letztendlich den Ausschlag für die Entscheidung gab, kann ich selbst im Nachhinein nicht beantworten.

Ich holte mein Rad ab und schob es aus der Wechselzone. Mit mir machten dies noch viele weitere Athleten, was mich in meiner Entscheidung bestätigte. Ich verstaute alles im Auto, musste noch in die Wechselzone 2 fahren, um meine Laufschuhe abzuholen. Die Wechselzone war ultra nass und aufgeweicht, aber es hatte aufgehört zu regnen. Sollte es die richtige Entscheidung gewesen sein? Zweifel begleiteten mich auf dem gesamten Heimweg, insbesondere als das Wetter immer besser wurde.

Zuhause verfolgte ich dann den Zieleinlauf der Athleten und musste mit ansehen, wie warm und trocken es doch noch geworden ist. Rückblickend war es wohl die falsche Entscheidung, aber so ist es nun mal gewesen. Wäre ich mit dem schlechtem Gefühl im Bauch gestartet und wäre mir auf der Radstrecke etwas passiert, dann hätte das weitreichendere Folgen haben können. Wir sind alle nur Amateure und haben einen Job für den wir bezahlt werden. Daher war es die richtige Entscheidung!

Wie geht es nun weiter?
Was mache ich mit der gesparten Energie?
Die muss anderweitig verbraten werden.
Ich werde berichten.