Mittwoch, 8. Mai 2013

RTF - gemütliche Sonntagsausfahrt oder "Fahren am Limit"?

Am vergangenen Sonntag fuhr ich bei der Donau-Ries Rundfahrt über 154 km und 1500 Höhenmetern mit. Dies war meine erste längere Ausfahrt dieses Jahr und entsprechend gemütlich wollte ich diese auch angehen und hauptsächlich im GA1 Bereich fahren. Soweit der Plan.
Streckenplan zur Donau-Ries Rundfahrt 2013  (c) Velociped-Club 1988 e.V.
Vom Wetter her war zwar viel Sonnenschein angesagt, aber zu Beginn der Fahrt hatte es in Donauwörth dichten Nebel und nur 8 Grad. Einige Teilnehmer fuhren sogar kurz/kurz, aber mich fror es trotz Arm- und Beinlingen und einer Windweste doch sehr. Nach gut 20 km war ich dann doch warm und es kam dann auch die Sonne raus, sodass ich ab der ersten Kontroll- und Verpflegungsstelle in Wellheim nach 40 km auch kurz/kurz fuhr.

In dieser ersten Pause sah ich einige Triathleten vom TSV Harburg, die alle mit ihren Zeitfahrmaschinen (Aerorahmen, Hochprofilfelgen, Auflieger) fuhren. Zwar war ich mit meinem zum Triathlonrad umgebauten Rennrad equipmenttechnisch nicht auf Augenhöhe, aber ich schloss mich trotzdem der Gruppe von Triathleten an, ohne zu wissen, was auf mich zukommen würde.

Gleich zu Beginn nahm die Gruppe ein hohes Tempo auf. Auf der Ebene fuhren wir meist über 35 in Aeroposition und die Anstiege prügelte die Gruppe ebenfalls in hohem Tempo hoch. Ich war froh, dass ich im Windschatten mithalten konnte. Die 2. Kontrollstelle mit Verpflegung kam bereits nach 25 km in Monheim und ich fühlte mich noch gut. Ein paar Becher Tee und einem Käsebrot und etwas Kuchen fühlte ich mich gestärkt für den nächsten Streckenabschnitt.

In diesem 3. Abschnitt ging es die meiste Zeit bergab, sodass wir in einem hammermäßigen Tempo oftmals über 40 km/h unterwegs waren. Durchschnittlich brachten wir es auf 37 km/h auf der 24 km langen Strecke. Kurz vor der 3. Kontrollstelle "durfte" ich auch mal das Feld anführen. Dies war streckentechnisch leider nicht mehr bergab und auch gegen den aufkommenden Ostwind, sodass ich eher eine Bremslok war als ein ICE. Die Gruppe nahm es aber locker und wir hatten trotzdem unseren Spaß.

Die 3. Pause gestaltete sich recht kurz. Anschließend ging es eine lange Steigung hoch, an deren Ende sich die 113 km Runde und die 154 km Runde trennte. Wir rollten weiter auf der großen Runde über welliges Gelände mit einigen giftigen Anstiegen. Giftig deswegen, weil das Tempo bergauf für mich noch immer recht hoch war. Im Verlauf dieses 42 km langen Abschnitts merkte ich, dass mir die Kraft in den Beinen bergauf schwand. Kurz vor dem letzten Kontrollpunkt klaffte dann bergauf immer öfters eine größere Lücke zur Gruppe, die ich jedoch immer wieder schließen konnte. Einer ihrer Vereinskollegen hatte schon vorher abreißen lassen müssen und ich versuchte alles, dass mir dieses Schicksal nicht ereilen würde.

An der letzten Kontroll- und Verpflegungsstelle haben wir uns etwas mehr Zeit gelassen und uns nochmal gestärkt. In der Zwischenzeit kam auch der "abgerissene" Vereinskollege an und wir konnten dann gemeinsam weiterfahren. Große Anstiege gab es dann zwar keine mehr, aber wir fuhren nun direkt Richtung Donauwörth voll gegen den Ostwind zurück. Hier durfte ich dann auch nochmal als Lok ran und der Gruppe den "Schnitt vermiesen". Ich gab was noch übrig war von mir und zog bis zum letzten kleineren Anstieg durch. Danach war ich bedient und gefühlt blieb ich im Vergleich zur Gruppe regelrecht stehen. Bis zum Ziel war es nicht mehr weit und wir warteten, bis alle zusammen waren, um gemeinsam anzukommen.

Letztendlich wurde aus der gemütlichen GA1-Ausfahrt doch eine recht harte Einheit, die mir meine Schwachstelle(n) aufzeigt: Kraft und Kraftausdauer. Beides fehlt mir und wenn ich bedenke, dass Kraichgau auch einige Höhenmeter hat und dass mir in Roth letzes Jahr in der 2. Runde auch die Kraft ausgegangen ist, dann sollte ich zumindest noch versuchen, etwas Kraft aufzubauen.

Insgesamt war es eine sehr schöne und gut organisierte RTF und die Verpflegungsstellen waren gut bestückt. Es gab
  • Zitronentee
  • Wasser
  • Müsliriegel 
  • Brote mit Butter, Käse oder Streichwurst 
  • Kuchen 
  • Jogurt 
Eigene Verpflegung hätte ich fast nicht mitnehmen müssen. Wiederholung im nächsten Jahr nicht ausgeschlossen.

Jedenfalls freue ich mich nun wirklich auf eine lange GA1-Ausfahrt am Donnerstag: 180 km "betreutes Fahren" (geschlossener Verbund) bei "Rund um Ingolstadt und Altmühltal".