Samstag, 18. Mai 2013

Wettkampfbericht für den Stadt-Triathlon München 2013

Schon zum 5. Mal eröffnete ich meine Triathlon-Saison mit einem Start beim Stadt-Triathlon in München. Durch die kurze Anfahrt, tolle Organisation und super Stimmung entlang der Strecke ist dies eine optimale Möglichkeit, die Abläufe in der Wechselzone mal wieder zu prüfen. Letztes Jahr fuhr ich die 50 km mit dem Rad zum Wettkampf und anschließend auch wieder Heim, wodurch der doch kurze Wettkampf zu einem guten Trainingstag wurde.

Doch dieses Jahr sollte alles etwas anders laufen. Die Wettervorhersage sagte für Nachmittag Regen voraus und gleichzeitig war es der erste Tag der Eisheiligen. Beim Check-In traf ich Frank, der als Wettkampfrichter half und nicht selber startete. Beim Einrichten der Wechselzone begann es bereits leicht zu regnen. Die Laufschuhe und Socken verstaute ich wasserdicht in einer Tüte und die Radschuhe machte ich gleich ans Rad. Dann ging es in die Olympiaschwimmhalle und das bereits bekannte Warten begann. Da ich meinen Radcomputer vergessen hatte, am Rad zu befestigen, musste ich nochmal in die Wechselzone gehen. Ich hatte bereits meinen Einteiler an und spürte erstmals die Kälte und Nässe auf dem kurzen Weg zum Rad. Ich war froh, schnell wieder in der warmen Schwimmhalle zu sein. Bereits da war abzusehen, dass das heute kein Spaß werden sollte.

Zu wenig Kleidung für einstellige Temperaturen und Regen (c) Karsten Pawlik
Während ich auf meinen Start wartete, traf ich noch einige Bekannte und wir unterhielten uns angeregt über die bevorstehende Saison und das aktuelle Wetter. Zusammen mit meinem Trainingskollegen Christian (@triathlonchris) stellten wir uns in die Reihe, denn wir starteten direkt nacheinander. Ich musste zuerst ins Wasser, obwohl ich der schlechtere Schwimmer von uns beiden bin. Entsprechend dem Motto "Der weiße Hai" schwamm ich um mein Leben. Wie immer hatte ich das Gefühl, dass mich der Einteiler bremst. Zu meinen Vordermann hatte ich auf der 4. Bahn aufgeschlossen, benötigte aber nochmal eine weitere Bahn, bis ich dann endlich an ihm vorbei war. Aus den Augenwinkeln heraus konnte ich auch sehen, dass Christian immer näher kam. Bei der letzten Wende wurde er jedoch von meinem überschwommenen Vordermann ausgebremst, sodass er es nicht mehr schaffte, mich im Becken zu überholen. Fast gemeinsam rannten wir zu unseren Rädern. Ein Blick auf die Uhr zeigte mir eine Schwimmzeit von 6:43 an. Das war etwas enttäuschend, denn ich bin die 400m schon mal im Rahmen eines 1000m Tests in 6:24 geschwommen. Naja, abhaken und sich nun den wirklich wichtigen Problemen widmen: Regen und Kälte.

Da ich auf sämtlichen Wärmeschutz in Form von Armlingen oder Windweste verzichtete, war ich relativ schnell aus der Wechselzone raus und auf der Radstrecke. Die Sonnenbrille, die ihren Namen an dem Tag nicht verdient hatte, war so nass, dass ich kaum etwas auf der Strecke sehen konnte. Der Regen prasselte wie verrückt runter. Vielleicht wäre es sogar besser gewesen, mit der Schwimmbrille zu fahren. Ein Ansatz für den nächsten Regen-Wettkampf.

Der Wahnsinn als Bild festgehalten (c) Karsten Pawlik
Die erste Runde fuhr ich sicherheitshalber komplett im Oberlenker, um sich an die neue Radstrecke und die äußeren Bedingungen zu gewöhnen. In Runde 2 ging ich öfter in die Aeroposition, um auch dem starkem Westwind weniger Angriffsfläche zu geben. Durch die vielen Pfützen, runter gewaschenen Kirschblüten und Kopfsteinpflaster war dies jedoch eher selten der Fall. Die enge Ausfahrt aus dem Olympiastadion mit der anschließenden Abfahrt samt 180 Grad Kurve ließ sich trotz der regennassen Fahrbahn recht gut fahren, wobei einige Teilnehmer hier doch sehr vorsichtig agierten.

In Runde drei trat ich einmal im Wiegetritt an und merkte, dass meine Oberarme sich wie eingefroren an fühlten. Das war auch kein Wunder, denn die Temperatur auf meinem Tacho zeigt gerade einmal 8 Grad an. Ein wirklich "cooler" Wettkampf und jeder versuchte auf seine eigene Art und Weise sich zu wärmen.

Ein bezeichnendes Bild für die Kälte auf der Radstrecke (c) Karsten Pawlik

Das Wasser tropft nur so vom Schuh runter  (c) Karsten Pawlik


Die restlichen zwei Runden verliefen ohne weiter Probleme und nach fast 37 Minuten kam ich wieder in die Wechselzone. Angesichts der nassen Füße verzichte ich auf die Laufsocken und schlüpfte gleich direkt in die Schuhe. Mit einer gefühlten Schrittfrequenz von 100 lief ich mit kurzen Schritten aus der Wechselzone raus. Über das nasse Kopfsteinpflaster um das Theatron herum und hoch den Anstieg zur eigentlichen Laufstrecke. Dieser Anstieg macht mich jedes Mal fertig. Nur gut, dass bald darauf auch schon der erste Kilometer vorbei ist und ich einen ersten Zwischenstand bekomme: 5:10. Damit war ich soweit zufrieden.

Der große Kampf beginnt  (c) Karsten Pawlik
Das Tempo konnte ich recht gut halten und die folgenden Kilometer liefen in 4:55, 5:03 und 5:01 für mich erstaunlich gut. Sicherlich war ich letztes Jahr deutlich schneller unterwegs, aber bei nur 140 Laufkilometern insgesamt in 2013 und den Bedingungen, hätte ich mir im Vorfeld nicht einmal diese Zeiten zugetraut. Zwischenzeitlich sah ich auch Christian auf der Laufstrecke und auch sein Blick verriet mir seine Anstrengung.

Ich schwebe  (c) Karsten Pawlik
Beim letzten Kilometer spürte ich plötzlich eine gewisse Lockerheit in den Beinen und ich konnte meinen Schritt noch etwas länger ziehen und damit etwas Fahrt aufnehmen. Vermutlich rochen die Beine die Zielverpflegung, wobei das Hirn noch mit dem Problem der Kälteregulierung kämpfte. Nach 1:11:49 lief ich ins Ziel ein. Ich ging sofort Richtung Zielverpflegung und war froh, dass diese in die Schwimmhalle verlegt worden war. Draußen hätte ich mich keine Minute länger mehr aufhalten wollen. Drinnen war es zwar deutlich wärmer, aber so richtig warm wurde mir nicht. Kurze Zeit später kam auch Christian an. Wir beide zitterten so stark weshalb uns einer der Helfer eine Rettungsdecke gab. Vielen Dank an den netten Helfer. Damit wurde es dann etwas besser. Letztendlich wurde mir aber erst unter der Dusche so richtig warm.

  (c) Karsten Pawlik
Trotz Wettkampf am gefühlten Anschlag, war mein Puls nie wirklich hoch. In der ersten Wechselzone und zu Beginn auf dem Rad war der Puls noch so, wie er eigentlich immer ist. Aber mit dem Verlauf der Auskühlung begann der Puls zu sinken, was sich bis über T2 und die ersten 2 km auf der Laufstrecke fortsetzte. Erst dann stieg der Puls wieder. Letztendlich lief ich mit Puls 149 ins Ziel ein. Letztes Jahr hatte ich da einen Puls von 173 im Ziel.

Mein Pulsverlauf beim Stadt-Triathlon 2013 in München
Hier noch die einzelnen Split-Zeiten: 1:11:49 (Swim: 6:43, T1: 1:24, Bike: 36:45, T2: 1:58, Run: 24:59)

AK-Platz: 17 - 9. schnellste Schwimm-Zeit und 8. schnellste Bike-Zeit in meiner Altersklasse
Gesamt-Platz: 100



An dieser Stelle möchte ich mich ganz besonders bei den vielen Helfern bedanken, die länger bei dem Dauerregen draußen aushalten mussten als wir Athleten und vermutlich sogar mehr froren als wir.

VIELEN DANK!

Mein weiterer Dank gilt meinem Arbeitskollegen Karsten Pawlik, der trotz der Nässe und Kälte seinem Hobby nachging und viele professionelle Fotos machte. Hier könnt ihr euch noch weitere Fotos von dem Event ansehen, die er gemacht hat.

Nächstes Jahr findet der Stadt-Triathlon am 04.05.2014 statt.

Montag, 13. Mai 2013

Ergebnis vom 11. Stadttriathlon in München

Gestern fand der 11. Stadt-Triathlon im Olympiapark in München statt.

Hier nur mal kurz mein Ergebnis:
Gesamtzeit: 1:11:49 (Swim: 6:43, T1: 1:24, Bike: 36:45, T2: 1:58, Run: 24:59)
AK-Platz: 17
Gesamt-Platz: 99
8. schnellste Radzeit und 10. schnellste Schwimmzeit in meiner AK.

Hier der ausführlichere Bericht zu dem EISheiligen-Wettkampf.

Mittwoch, 8. Mai 2013

RTF - gemütliche Sonntagsausfahrt oder "Fahren am Limit"?

Am vergangenen Sonntag fuhr ich bei der Donau-Ries Rundfahrt über 154 km und 1500 Höhenmetern mit. Dies war meine erste längere Ausfahrt dieses Jahr und entsprechend gemütlich wollte ich diese auch angehen und hauptsächlich im GA1 Bereich fahren. Soweit der Plan.
Streckenplan zur Donau-Ries Rundfahrt 2013  (c) Velociped-Club 1988 e.V.
Vom Wetter her war zwar viel Sonnenschein angesagt, aber zu Beginn der Fahrt hatte es in Donauwörth dichten Nebel und nur 8 Grad. Einige Teilnehmer fuhren sogar kurz/kurz, aber mich fror es trotz Arm- und Beinlingen und einer Windweste doch sehr. Nach gut 20 km war ich dann doch warm und es kam dann auch die Sonne raus, sodass ich ab der ersten Kontroll- und Verpflegungsstelle in Wellheim nach 40 km auch kurz/kurz fuhr.

In dieser ersten Pause sah ich einige Triathleten vom TSV Harburg, die alle mit ihren Zeitfahrmaschinen (Aerorahmen, Hochprofilfelgen, Auflieger) fuhren. Zwar war ich mit meinem zum Triathlonrad umgebauten Rennrad equipmenttechnisch nicht auf Augenhöhe, aber ich schloss mich trotzdem der Gruppe von Triathleten an, ohne zu wissen, was auf mich zukommen würde.

Gleich zu Beginn nahm die Gruppe ein hohes Tempo auf. Auf der Ebene fuhren wir meist über 35 in Aeroposition und die Anstiege prügelte die Gruppe ebenfalls in hohem Tempo hoch. Ich war froh, dass ich im Windschatten mithalten konnte. Die 2. Kontrollstelle mit Verpflegung kam bereits nach 25 km in Monheim und ich fühlte mich noch gut. Ein paar Becher Tee und einem Käsebrot und etwas Kuchen fühlte ich mich gestärkt für den nächsten Streckenabschnitt.

In diesem 3. Abschnitt ging es die meiste Zeit bergab, sodass wir in einem hammermäßigen Tempo oftmals über 40 km/h unterwegs waren. Durchschnittlich brachten wir es auf 37 km/h auf der 24 km langen Strecke. Kurz vor der 3. Kontrollstelle "durfte" ich auch mal das Feld anführen. Dies war streckentechnisch leider nicht mehr bergab und auch gegen den aufkommenden Ostwind, sodass ich eher eine Bremslok war als ein ICE. Die Gruppe nahm es aber locker und wir hatten trotzdem unseren Spaß.

Die 3. Pause gestaltete sich recht kurz. Anschließend ging es eine lange Steigung hoch, an deren Ende sich die 113 km Runde und die 154 km Runde trennte. Wir rollten weiter auf der großen Runde über welliges Gelände mit einigen giftigen Anstiegen. Giftig deswegen, weil das Tempo bergauf für mich noch immer recht hoch war. Im Verlauf dieses 42 km langen Abschnitts merkte ich, dass mir die Kraft in den Beinen bergauf schwand. Kurz vor dem letzten Kontrollpunkt klaffte dann bergauf immer öfters eine größere Lücke zur Gruppe, die ich jedoch immer wieder schließen konnte. Einer ihrer Vereinskollegen hatte schon vorher abreißen lassen müssen und ich versuchte alles, dass mir dieses Schicksal nicht ereilen würde.

An der letzten Kontroll- und Verpflegungsstelle haben wir uns etwas mehr Zeit gelassen und uns nochmal gestärkt. In der Zwischenzeit kam auch der "abgerissene" Vereinskollege an und wir konnten dann gemeinsam weiterfahren. Große Anstiege gab es dann zwar keine mehr, aber wir fuhren nun direkt Richtung Donauwörth voll gegen den Ostwind zurück. Hier durfte ich dann auch nochmal als Lok ran und der Gruppe den "Schnitt vermiesen". Ich gab was noch übrig war von mir und zog bis zum letzten kleineren Anstieg durch. Danach war ich bedient und gefühlt blieb ich im Vergleich zur Gruppe regelrecht stehen. Bis zum Ziel war es nicht mehr weit und wir warteten, bis alle zusammen waren, um gemeinsam anzukommen.

Letztendlich wurde aus der gemütlichen GA1-Ausfahrt doch eine recht harte Einheit, die mir meine Schwachstelle(n) aufzeigt: Kraft und Kraftausdauer. Beides fehlt mir und wenn ich bedenke, dass Kraichgau auch einige Höhenmeter hat und dass mir in Roth letzes Jahr in der 2. Runde auch die Kraft ausgegangen ist, dann sollte ich zumindest noch versuchen, etwas Kraft aufzubauen.

Insgesamt war es eine sehr schöne und gut organisierte RTF und die Verpflegungsstellen waren gut bestückt. Es gab
  • Zitronentee
  • Wasser
  • Müsliriegel 
  • Brote mit Butter, Käse oder Streichwurst 
  • Kuchen 
  • Jogurt 
Eigene Verpflegung hätte ich fast nicht mitnehmen müssen. Wiederholung im nächsten Jahr nicht ausgeschlossen.

Jedenfalls freue ich mich nun wirklich auf eine lange GA1-Ausfahrt am Donnerstag: 180 km "betreutes Fahren" (geschlossener Verbund) bei "Rund um Ingolstadt und Altmühltal".