Montag, 31. Dezember 2012

Mein Sportjahr 2012

Das Jahr 2012 stand ganz im Zeichen des Aufbaus der Ausdauer hin zu einer Langdistanz, die ich in ein paar Jahren machen möchte. Der Fokus lag bei den Disziplinen Schwimmen und Radfahren, da in beiden Sportarten große Umfangssteigerungen gut verkraftbar sind, während das Laufen doch verletzungsanfälliger ist (siehe: http://www.dreisportler.de/2011/12/mein-sportjahr-2011-hohen-und-tiefen_20.html)

Daher waren meine beiden Hauptwettkämpfe das 4 km Schwimmen in München und die Langdistanz-Staffel bei der Challenge Roth als Radfahrer.

Hier noch ein kurzer Überblick über die Umfangs- und Zeitentwicklung der letzten Jahre:


SchwimmenRadLaufenRolleGesamtPro Woche
Jahr(km)(h)(km)(h)(km)(h)(km)(h)(h)(h)
2012214,284:276.378240:4838843:3734814:21383:137:21
2011122,556:002.818109:0875784:2832312:21261:675:02
201057,028:022.44591:4868770:5119810:34201:153:52

Kommen wir nun zu den einzelnen Disziplinen:

Schwimmen
Beim Schwimmen erfolgte das Training nach Plänen für eine Langdistanz mit 2 Einheiten pro Woche und Wochenumfängen zwischen 6 und 8 km. Einzelne Einheiten waren schon mal 5 km lang, sodass einem 3 km Einheiten nun richtig kurz vorkommen.
Ausstieg beim 4 km Schwimmen in München
Ende März stellte ich dann jedoch fest, dass ich Leistungen vom Januar nicht mehr erreichte. Irgendwie war die Luft raus, sodass ich eine zweiwöchige Schwimmpause einlegte.

Das 4 km Schwimmen in München verlief für recht ordentlich. Mit einer Zeit von unter 1:10h habe ich im Vorfeld gerechnet. Dass es dann doch zu einer Zeit unter 1:03h kam, hat mich dann doch sehr gefreut. Zumal ich im Ziel nicht wirklich fertig war. Danach war erst mal Schluss mit Schwimmen, bis auf vereinzelte Einheiten als Alternativtraining.


Mitte September nahm ich an einem 150 Stunden Schwimmen des TSV Friedberg teil. An sechs Tagen in Folge schwamm ich insgesamt 33 km, wobei ich an den letzten drei Tagen es auf 22 km brachte. Nachdem ich diese Umfänge sehr gut verkraftete, wollte ich im Herbst noch an einem 24 Stunden Schwimmen teilnehmen. Daraus wurde aber dann leider nichts, da ich es bei einem der ersten Schwimmeinheiten für die neue Saison etwas mit den Paddles übertrieb und dies zu einer heftigen Schulterverspannung führte. Pech gehabt, aber im nächsten Jahr werde ich mir ein 24 Stunden Schwimmen einplanen.


Radfahren
Mein Rad für schnelle Zeiten - Cervélo P2C
Die erste Radausfahrt des Jahres hatte ich schon am 2. Januar mit dem MTB. Bis Ende Februar konnte ich dann noch einige Male mit dem MTB draußen fahren und auch auf der Rolle absolvierte ich einige Einheiten.

Anfang Februar erstand ich ein Cervélo P2C von Michael Krell, der damit in Roth schon eine 4:40h gefahren ist.

Am 1. März startete ich dann auch die Rennrad-Saison mit der ersten Fahrt in die Arbeit. Es sollten noch 36 weitere Bike2Work Fahrten folgen. Die Heimfahrten erweiterte ich einige Male über Umwege durch das Dachauer Hinterland oder auch mal über das Kloster Andechs.

Das Dachstein Massiv im Hintergrund
Ende April hatte ich einen heftigen Bike-Block mit den bisher größten Umfängen. Darin beinhaltet war auch der Start beim MRRC Stadttriathlon in München, zu dem ich mit dem Rad 50 km angereist und anschließend auch wieder heimgeradelt bin (Video vom Stadttriathlon). Tags darauf hatte ich bei Fritz Buchstaller einen Termin zur Radeinstellung auf das Cervélo. Nach der Einstellung fuhr ich noch die Challenge Runde mit dem Bike ab.

Die Sella Ronda ist umrundet, jetzt noch 70 km heim radeln
Im Mai stand ich dann bei meinem ersten Radmarathon am Start. Im österreichischen Radstadt sollte es beim Amadé Radmarathon auf eine 160 km lange Runde vorbei am Dachstein gehen. Auf Grund eines Unfalls mussten wir einen Umweg fahren, sodass ich auf 177 km gekommen bin. Bis auf den Schlußanstieg konnte ich sehr gut in einer Gruppe mitfahren und auch einige Male die Führungsarbeit übernehmen und ein paar Lücken zufahren.

Eine Woche später durfte ich in Südtirol mit den Profis Meike Krebs und Michael Göhner vom Team Erdinger Alkoholfrei und weiteren extrem fitten Hawaii-Aspiranten trainieren. Das ist natürlich nicht meine Liga, aber bei der Umrundung der Sella Ronda konnte ich recht gut mithalten. Hier ein ausführlicherer Bericht zu den Trainingstagen in Südtirol.
Zieleinlauf in Erding

Anfang Juni fuhr ich den Passo del Telegrafo, einem heftigen Anstieg am Gardasee. Auf 6 km Länge geht es mit durchschnittlich über 15% bergauf. Dafür wird man zwar mit einem schönen Blick auf den Gardasee verwöhnt, aber nach ein paar Spitzkehren konnte ich die Aussicht nicht wirklich mehr genießen.

In der Beschreibung zu dem Pass auf quaeldich.de steht dazu:
"Warum man solche Straßen baut, ist schwer zu verstehen; warum man dann auch noch mit dem Rad hochfährt, vielleicht ein Fall für geschulte Psychologen."

Beim Erdinger Stadttriathlon fuhr ich erstmals mit dem Cervélo im Wettkampf. Es lief gigantisch gut und ich konnte mich in allen drei Disziplinen um ca. 2 Minuten im Vergleich zu 2010 verbessern. Insgesamt war ich 9 Minuten schneller, da die Wechsel auch noch schneller liefen als bei dem kalten Regenrennen 2010.

Alles ok, bei Kilometer 0
Die letzten drei Wochen vor der Challenge Roth Staffel sammelte ich noch 560 km ein. Eine Ausfahrt über 100 km machte ich auf dem Zeitfahrrad, der Rest war Bike2Work. An eine Fahrt in die Arbeit kann ich mich noch gut entsinnen, als ich versuchte, vor dem heranziehenden Regen zu flüchten. Bis zur Ortsgrenze München hatte ich einen 35er Schnitt auf dem Tacho, aber es hat nichts genützt. Der Regen hatte mich zwar heftig erwischt, aber dafür bekam ich eine gute intensive Einheit zustande. Nachmittags durfte ich in die noch nassen Radschuhe steigen, da diese noch nicht wieder trocken waren.
Solarer Berg - Antreiber für Gina Crawford

Parallel zu den letzten Rad-Kilometern musste ich mich noch um einen Ersatzläufer für unsere Staffel kümmern, da unser Läufer wegen einer Viruserkrankung kurzfristig ausfiel. Es ist gar nicht so einfach einen Läufer zu finden, der im Juli einen Marathon laufen möchte und kann. Glücklicherweise fanden wir einen Ersatz, der sich bereit erklärte mit uns zu starten. Wolfgang, vielen Dank dafür.

Beim Schreiben dieser Zeilen ist mir aufgefallen, dass ich noch gar nicht den Wettkampfbericht über Roth geschrieben habe - Schande über mich. Als kurze Zusammenfassung kann ich sagen, dass es insgesamt recht gut lief, wenngleich die Windbedingungen schon recht hart waren. Dies hat sich dann auf der 2. Runde von Greding zurück nach Hilpoltstein sehr bemerkbar gemacht. Erschwerend kam da noch hinzu, dass ich nicht mehr viel Kraft in den Beinen hatte. Hier machte sich auch bemerkbar, dass ich nicht wirklich viele lange Einheiten auf dem Rad gefahren bin. Das gilt es für nächstes Jahr zu verbessern. Meine angepeilte Zeit von 5:30h unterbot ich um 8 Minuten.

Nur 10 Tage nach Roth radelte ich, wie schon in den Vorjahren, mit einigen Kollegen einige Pässe. Diesmal ging es über die Silvretta Hochalpenstraße nach Bludenz und über den Arlberg zurück nach Landeck (161 km und 2465 Höhenmeter). Am nächsten Tag ging es vom Bahnhof Ötztal über den Kühtaisattel nach Zirl und dann flach zurück. Das waren dann nochmal 82 km und 1400 Höhenmeter.

Bis Anfang Oktober fuhr ich noch mit dem Bike in die Arbeit. Es wäre bestimmt auch noch länger möglich gewesen, aber irgendwie war die Luft raus und eine gewisse Ruhephase sollte es dann doch mal geben. Erst Anfang November fing ich wieder an. Seit dem fahre ich draußen mit dem MTB herum.

Laufen
Im Januar begann ich wieder mit dem Lauftraining. Ich konnte soweit schmerzfrei laufen, wobei ich es meist nur auf ein Mal die Woche brachte. Der Fokus lag eh nicht beim Laufen, sodass es gewissermaßen eher zur Erhaltung diente. Bei den Wettkämpfen lief es recht ordentlich, aber nach Erding bin ich insgesamt 7 Wochen überhaupt nicht gelaufen. Irgendwie blöd, denn Kontinuität ist der Schlüssel zum Erfolg. Im August fing ich dann langsam mit dem Lauf-Training an. Leider machte ich erneut einen großen Fehler und lief im Urlaub über 18 km. Im Vergleich dazu hatte ich das ganze Jahr über keine einzige Woche, die diesen Umfang gehabt hätte. Daher war dies einfach zu viel. Das zeigte sich auch nach dem Lauf, indem nun das rechte Knie die gleichen Anzeichen hatte, wie noch das linke Knie vor einem Jahr. History repeating. Ich hoffte, dass mit kurzen Läufen das Problem sich wieder geben würde. Diese Hoffnung erfüllte sich jedoch nicht. Den Start beim Halbmarathon in München habe ich abgesagt und schweren Herzens den Startplatz ans Team Erdinger zurückgegeben.
Parallel dazu begann ich mit der Therapie des Knie-Problems. Dies beinhaltete
  • Aufbau und Kräftigung der Muskulatur
  • Lauf-ABC
  • Dehnen
  • BlackRoll Massage 
  • Laufhäufigkeit steigern
Als Zwischenziel wollte ich bis Ende des Jahres einen 10 km Lauf absolvieren. Diesen habe ich heute beim Silvesterlauf in Gersthofen gemacht. Es bleibt zwar immer noch einiges an Arbeit übrig, aber ich fühle mich auf dem richtigen Weg, den ich nun fortsetzen werde.
Insgesamt gesehen, bin ich mit meinem Sportjahr 2012 sehr zufrieden, wobei mich die selbst verursachten Laufprobleme ganz schön ärgern. Das hätte ich besser machen können und müssen, aber solange man aus seinen Fehlern lernt ist alles in Ordnung.

So, nun wünsche ich Euch allen einen Guten Rutsch, ein erfolgreiches, glückliches und verletzungsfreies 2013.

Matthias Mayer
Dreisportler