Sonntag, 15. Juli 2012

Training KW 23/2012 - Gardasee

Die Tage nach dem kleinen Trainingslager in Südtirol pausierte ich grundlegend, zumal ich mir eine kleine Erkältung zugezogen habe. Diese habe ich mir wohl beim Warten in der Kälte am Sella Joch zugezogen.
Zumindest bekam ich die Erkältung schnell in den Griff.

Ich verbrachte noch einige Tage in Costermano am Gardasee. Die Strecke über den Brenner kenne ich nun fast auswendig. Innerhalb von 11 Tagen bin ich nun vier Mal über den Brenner gefahren.

Dort schwamm ich im Pool mit Neo, während neben dran andere Gäste auf der Pool-Terrasse bereits frühstückten. Ich begnügte mich mit 200m einschwimmen, 5x100m Technik, 2x500m auf Zeit, 300 ausschwimmen, denn es sollte noch eine knackige Radeinheit auf mich warten.

Nach dem Frühstück wollte ich einen der härtesten Anstiege Italiens, den Passo del Telegrafo in Angriff nehmen. Hier die Aufzeichnung der gefahrenen Strecke.
Die ersten 30 km waren zum Warm-Up gedacht, wobei ich dabei bereits über 600 Höhenmeter mitnahm. In dem kleinen Dorf Magugnano begann dann der "Spaß". Zuerst ging es noch 2 km locker hoch und ich bekam einen schönen Ausblick auf den Gardasee. Dann kamen 500 Meter mit "nur" 11% Steigung.


Schöne Aussicht auf den Gardasee
Bald ist der Spaß vorbei und der Anstieg wartet
Doch dann war es plötzlich mit dem "Spaß" vorbei und die Arbeit fing an. Die Steigung der kaum befahrenen Straße stieg zunächst auf 13% und blieb dann für die nächsten 6 km konstant zwischen 15% und 17%. Auf den Bildern kommt die Steilheit der Straße leider nicht gut heraus, aber ich war sehr froh, vorne ein drittes Kettenblatt zu haben. So schleppte ich mich von Spitzkehre zu Spitzkehre und auch die Sonne tat ihr Bestes und grillte mich von außen. Bisher fuhr ich jeden Pass ohne Pausen durch, aber dies gelang mir bei dem Pass nicht. 

Steiler Anstieg auf den Passo del Telegrafo

Kein Ausruhen in den Spitzkehren
Die Kilometerschilder, wie weit es noch bis nach oben ist verraten die Steigung des nächsten Kilometers. Nicht gerade sehr motivierend.

Nur noch 6 km, aber dafür 17% auf dem nächsten Kilometer

Aber irgendwie schaffte ich es doch nach oben und bekam auf dem letzten Schild des Anstiegs das gesamte Ausmaß der Anstrengung gezeigt.

6 km mit meistens 17%

In der Beschreibung zu dem Pass auf quaeldich.de steht dazu:
"Warum man solche Straßen baut, ist schwer zu verstehen; warum man dann auch noch mit dem Rad hochfährt, vielleicht ein Fall für geschulte Psychologen."

So schlimm kann es aber dann auch wieder nicht gewesen sein, denn nach eine kurzen Abfahrt fuhr ich noch einen weiteren Anstieg mit 350 Höhenmetern noch. Diesmal war die Steigung moderater und angenehm zu fahren.
Die gesamte Tour hatte 67 km und 2080 Höhenmetern. Fahrzeit 3:50h.

Am nächsten Tag gönnte ich mir eine Pause bis zum Abend, bevor ich mal wieder die Laufschuhe schnürte. Raus kam ein flotter Lauf im welligen Gelände.

Den letzten Tag unseres Aufenthalts nutzte ich noch für eine harte Tempoeinheit auf dem Rad. Um 6 Uhr machte ich mich auf den Weg nach Torbole, um rechtzeitig nach 90 km bis 9 Uhr zum Frühstück wieder zurück zu sein. Ich fuhr nüchtern los und hatte nur Wasser in den Radflaschen. Zuerst ging es von Costermano runter nach Garda und von dort an nur noch flach nach Torbole. Ich fuhr einen 34er Schnitt und kam nach 1:21h in Torbole an. Dort machte ich eine kurze Pause, bevor ich wieder zurück fuhr. Ich fuhr das gleiche Tempo wie auf der Hinfahrt und kam nach 1:13 wieder in Garda an. Nun stand noch der Anstieg nach Costermano an. Die 17% vom Passo del Telegrafo und der Lauf vom Vorabend machten sich nun bemerkbar und ich spürte erstmals die müden Beine. Im Flachen konnte ich noch einen guten Druck auf das Pedal bringen, aber im Anstieg fehlte mir die zusätzlich notwendige Kraft. Die Oberschenkel brannten und ich war froh, nach 2:50h das Hotel erreicht zu haben. 

Ziel erreicht: 34er Schnitt auf 90 km, nüchtern und nur mit Wasser gefahren - Fettverbrennung funktioniert.

Zur Belohnung genehmigte ich meinen Oberschenkeln eine eiskalte Dusche und ich hatte den Eindruck, dass dies half, keinen Muskelkater zu bekommen. Das Frühstück war dann die Belohnung für den Rest des Körpers und den Kopf.

Drei Tage danach fuhr ich erstmals mit meinem Wettkampf-Setup (Cervelo P2C, Aerohelm und WK-Kleidung) eine 120 km Runde mit heftigem Gegenwind auf dem Rückweg. Das neue Bike fühlte sich noch recht ungewohnt an, sodass ich nun verstärkt auf dem Zeitfahrrad sitzen sollte.

Viele Grüße

Matthias

Insgesamt kam ich in der Woche auf knapp 14 Stunden Ausdauertraining.
Sport
Einheiten
Beschreibung
Schwimmen
(Build 2)
2
2 km im Neo
5 km mit 20x200 im Hauptteil
Radfahren
(Build 1)
3
67 km mit 2080 Höhenmetern - Passo del Telegrafo
90 km im WK-Tempo nach Torbole und zurück
120 km im Wettkampf-Setup
Laufen
1
8 km locker
Rolle
0

Athletik/Kraft
0