Samstag, 14. Juli 2012

Training KW 22/2012 - Trainingstage in Südtirol

Über Pfingsten standen drei harte Trainingstage in Südtirol auf dem Programm. Dabei hatte ich die Gelegenheit mit Meike KrebsMichael Göhner (beide vom Team Erdinger Alkoholfrei) und weiteren starken Jungs (Kai1, Kai2, Martin) zu trainieren.

Ich fuhr am Pfingstsonntag mit weniger als vier Stunden Schlaf nach Südtirol. Nicht gerade die besten Voraussetzungen für die anstehenden Trainingstage. Treffpunkt war das Freibad in Tramin, wo es zur meiner ersten Einheit 2012 im Neo gehen würde. Jeder von uns sechs Schwimmern hatte eine eigene Bahn für sich. Was für ein Luxus.
Mit dem Neo zu schwimmen war für mich zum ersten Mal sehr ungewohnt und anstrengend. Kein Gefühl von Lockerheit und keine Steigerung der Geschwindigkeit, so wie ich das früher erlebt hatte. Daher war ich froh, nach 3,7 km wieder aus dem Wasser steigen zu können.

Gigantische Kulisse beim Schwimmtraining
Dann ging es zügig ins Hotel Arndt und wir stärkten uns am köstlichen Frühstücksbuffet für die kommenden Aktivitäten.

Gegen 11:30 Uhr ging es dann mit Kai, Martin und 2 Locals auf eine kurze Runde von 85 km und 1000 Höhenmetern. Die ersten 40 km Richtung Lana waren vollständig flach, aber dafür wurde ein flottes Tempo gefahren. Danach sammelten wir die Höhenmeter ein. Nach 3:21h kamen wir wieder im Hotel an.
Anschließend wäre noch Stabitraining gewesen, aber der wenige Schlaf in der Nacht zuvor machte sich jetzt stark bemerkbar, sodass ich diese Einheit "verschlief".

Für den nächsten Tag stand eine Monstereinheit auf dem Programm. 200 km mit 4000 Höhenmetern. Von Tramin aus nach Canazei, dann die Sella Ronda und wieder zurück nach Tramin. Da ich das Tempo der Gruppe nicht einschätzen konnte und selber eine solche große Einheit noch nie absolviert hatte, verkürzte ich meine Strecke und ich stieß erst in Canazei zu der Gruppe dazu. Somit waren es für mich ca. 130 km und 2300 Höhenmeter.

Die Sella Ronda kannte ich schon teilweise vom vergangenen Jahr und freute mich auf die schöne Strecke.
Die Wettervorhersage war jedoch alles andere als schön. Über Nacht regnete es und für die Dolomiten waren nur 5 Grad vorhergesagt. Daher begleitete uns Meikes' Freund Sebastian mit dem Auto und wärmender Kleidung für die Abfahrten. Dies war auch wirklich notwendig.

Kurz nach 8 Uhr startete die Gruppe. Michael Göhner startete kurz vor 9 Uhr und nahm die Verfolgung der Gruppe auf. Sebastian und ich hatten noch etwas Zeit, bevor auch wir mit dem Auto nach Canazei fuhren. Im Tal schien die Sonne und es war angenehm warm. Auf der Fahrt nach Canazei kamen immer mehr Wolken auf und die Temperatur ging rasant nach unten.
In Canazei war dann keine Sonne mehr zu sehen und es hatte gerade mal noch 12 Grad. Ich startete mit der Auffahrt zum Sella Joch und die Gruppe war ca. 10 Minuten hinter mir. Ich kam gut in Tritt, obwohl es ohne Einrollen sofort in den Anstieg ging. Bis zur Abzweigung zum Pordoi benötigte ich für die 350 Höhenmeter 25 Minuten. Die restlichen 430 Höhenmeter schaffte ich in 30 Minuten. Oben wartete Sebastian schon mit den warmen Klamotten. Diese waren auch dringend notwendig, denn es hatte nur noch 5 Grad und es lag frisch gefallener Schnee auf den Wiesen.
Bis die Gruppe ankam, sich umgezogen und verpflegt hat, vergingen noch 30 Minuten. In der Zeit bewegte ich mich kaum und war entsprechend durchfroren als wir die Abfahrt zum Grödner Joch antraten.

Schnee am Sella Joch
Bei der Abfahrt zum Grödner Joch begann es leicht zu regnen, jedoch hörte es bald wieder auf und es wurde mit jedem Meter wieder etwas wärmer. In der Abzweigung zum Grödner Joch verstauten wir unsere wärmende Kleidung im Auto und starteten in den kurzen Anstieg (nur 20 Minuten) zum Grödner Joch. Oben wurden wir von Schneeregen begrüßt. Gleichzeitig hatte uns Michael Göhner eingeholt. Er entschied sich jedoch für keine Pause und wärmende Kleidung sondern fuhr gleich weiter Richtung Corvara. Wir hielten uns aufgrund des schlechten Wetters auch nicht lange am Grödner Joch auf und genossen dann die lange Abfahrt nach Corvara.

Ankunft am Grödner Joch kurz vor der Schneeregen eintrat
Dort zeigte sich sogar wieder mal kurz die Sonne bevor wir den Passo di Campolongo angingen. Auch dieser Anstieg ist nicht sonderlich schwer. Nach 26 Minuten hatten wir die 350 Höhenmeter geschafft und wir fuhren gleich weiter nach Arabba. Dort stärkten wir uns nochmal, bevor wir die 640 Höhenmeter auf den Passo di Pordoi angehen würden. Ich fühlte mich noch frisch und fuhr mein Tempo den Pass hoch. Nach 46 Minuten war ich oben. Dann wieder das gleiche Spiel. Warme Kleidung anziehen, eine Kleinigkeit essen und die Abfahrt genießen. Wir trafen uns dann alle wieder in Canazei, wo meine Runde begann. Die Fahrzeit betrug 3:15h. Wir füllten ein letztes Mal unsere Radflaschen auf und nahmen uns noch etwas Verpflegung für die Rückfahrt nach Tramin mit.

Nach der Sella Ronda tat die warme Sonne gut
Von links: Martin Januosek, ich, Kai Schmid, Meike Krebs, Kai Gilbert

Nach etwas über 5 Stunden (für mich) kamen wir zum Hotel zurück, wo uns Michael Göhner mit geschnürten Laufschuhen begrüßte. Er fuhr auf seiner Rückfahrt noch einen weiteren Pass und über Bozen und hatte somit 225 km und 4500 Höhenmeter absolviert, bevor er noch einen 8 km Lauf zum Abschluss lief. Der Hammer.

Am letzten Tag stand nochmal eine Schwimmeinheit auf dem Programm. Wieder schwammen wir im Neo und diesmal fühlte es sich besser an als noch vor zwei Tagen. Für das anstehende Langdistanz-Schwimmen bedeutet dies, dass ich noch einige Male mit Neo schwimmen sollte.

Die Radausfahrt stand ganz im Zeichen von Intervallen (3 am Berg - uff - und 2 im flachen Gelände). Für die 3 Intervalle am Berg sollte der Mendelpass herhalten. Michael Göhner startete zusammen mit uns, fuhr aber später eine andere Strecke.

Michael Göhner und Meike Krebs im Gespräch
Am Fuße des Mendelpasses trafen wir Swen Sundberg vom Triathlon Team Abu Dhabi, der einige K3 Einheiten dort trainieren wollte und den Pass gleich zweimal hintereinander fuhr. Für uns ging es zuerst mal locker den Pass hinauf bis Swen uns überholte und Meike sich dran hängte. Das war der Startschuss für das erste Intervall. Ich fühlte mich noch frisch und konnte gut mithalten. Nach zwei Minuten war das Intervall vorbei und wir kurbelten locker weiter. Das zweite Intervall war, wie hätte es auch anders sein können, deutlich anstrengender, aber ich schaffte es noch mit zu halten. Ich merkte jedoch, dass mein Puls nicht mehr wirklich nach oben gehen wollte. Ich vermutete, dass sich die vielen Trainingsstunden der Vortage nun bemerkbar machten. Das dritte Intervall ging ich zu Beginn noch mit, musste aber nach kurzer Zeit abreißen lassen. Der Puls ging nicht mehr hoch und die Kraft in den Beinen war weg. Ich kurbelte locker weiter und machte noch einige Fotos. Oben angekommen gab es eine kühle Cola und wir fuhren zügig weiter nach Cles am Lago di Santa Giustina. Dort stärkten wir uns mit Eiskaffee. Die Weiterfahrt gestaltete sich recht einfach. Meistens ging es bergab. Bei Kilometer 80 absolvierten wir noch die beiden Intervalle im Flachen. Ich war erstaunt, dass ich wieder genügend Kraft in den Beinen hatte und gut mithalten konnte. Zumal ich nur mit dem Rennrad unterwegs war während Meike und Kai mit ihren Wettkampf-Setup fuhren. Nach knapp 4 Stunden Fahrzeit kamen wir zurück ins Hotel und ich schnürte noch meine Laufschuhe für einen kurzen Koppellauf. Bei Meike und Kai standen noch Lauf-Intervalle auf dem Programm, aber deren Lauftempo konnte ich beim besten Willen nicht mitgehen. Außerdem musste ich noch 4 Stunden heimfahren, sodass ich mich mit dem direkten Koppellauf begnügte.

Lago di Santa Giustina
Lago di Santa Giustina
Es war mein erstes zwar kurzes Trainingslager, aber es hat mir sehr viel Spaß gemacht, sich mal nur auf den Sport konzentrieren zu können. Das Training mit deutlich fitteren und schnelleren Leuten brachte mich an eine neue Grenze, die ich vielleicht durchstoßen habe. Die Gegend um Tramin in Südtirol eignet sich hervorragend. Lang und flach ist ebenso möglich wie auch die Sammlung von vielen Höhenmetern.

Viele Grüße

Matthias

Insgesamt kam ich in der Woche auf gut 15 Stunden Ausdauertraining.
Sport
Einheiten
Beschreibung
Schwimmen
(Build 2)
2
3,7 km und 3,6 km im Neo
Radfahren
(Build 1)
4
85 km mit 1090 Höhenmetern - Tramin - Lana - Tramin
132 km mit 2270 Höhenmetern - Sella Ronda
102 km mit 1600 Höhenmetern - Intervalle am Berg - Aua
96 km in möglichem WK-Tempo
Laufen
1
2,5 km kurzer Koppellauf
Rolle
0

Athletik/Kraft
0