Sonntag, 24. Juni 2012

Training KW 20/2012 - Amadé Radmarathon

Nach einer gefühlten Ewigkeit, schaffe ich es mal wieder, einen Beitrag zu schreiben. Es war in den letzten Wochen sehr viel los und daher gibt es nun einiges aufzuarbeiten.

Die KW 20 stand ganz im Zeichen der Regeneration. Am Montag fuhr ich noch mit dem Rad in die Arbeit und wieder heim. Das war es dann aber auch für den Rest der Woche.

Dafür habe ich mein Rad mal wieder geputzt und in Ermangelung eines Montageständers, die Schaukel meiner Kinder zweckentfremdet. Die gründliche Reinigung (4 Stunden) war dringend notwendig geworden, da die Ritzel und Umlenkrollen schon stark verdreckt waren. Ich war froh, dass nach dem vollständigen Zerlegen des Ritzelpaketes wieder alles zusammen gepasst hat und nichts übrig blieb. :-)


Am Freitag Nachmittag ging es dann nach Radstadt in Österreich, wo ich am Sonntag an meinem ersten Radmarathon teilnehmen würde. Am Samstag Vormittag fuhr ich den ersten Teil und den Schluss der Strecke mit dem Auto ab, um ein gewisses Gefühl für die Strecke zu bekommen. Somit konnte ich mich schon gleich mal auf die anstehenden 2500 Höhenmeter einstellen, da die meisten Höhenmeter bereits gleich zu Beginn der Strecke anfielen. Auch war ich froh, die schöne Landschaft mit dem Auto schon genossen zu haben, denn am Sonntag beim Wettkampf war daran nicht mehr zu denken.

Kurz vor dem Start
Der Start war am Sonntag um 7:30 Uhr. Gegen 7:15 Uhr verließ ich unser Hotel und rollte gemütlich zum Start. Gleich zu Beginn an wurde mächtig Tempo gemacht, wobei es nach wenigen Kilometern bereits in den ersten Anstieg ging und das Tempo langsamer wurde. Es folgten noch zwei weitere Anstiege und bei Kilometer 35 in Ramsau waren die ersten 1500 Höhenmeter eingefahren. Dort war auch die erste von drei Verpflegungsstationen. Hier formierten sich die ersten Windschatten-Züge und es wurde ordentlich Dampf gemacht. In einer Abfahrt verlor ich eine meiner beiden Radflaschen. Diese war zwar schon fast leer, jedoch ist es nicht einfach, bei noch 100 verbleibenden Kilometern und nur noch zwei weiteren Verpflegungsstationen durch zu kommen.

Kurz nach der 2. Verpflegungsstelle bei Kilometer 90 kam es auf Grund eines Unfalls zu einer Vollsperrung der Straße. Nach ca. 30 Minuten Wartezeit, erzählten uns die zuständigen Rettungskräfte, dass das Rennen abgebrochen sei und dass wir uns auf den Weg zurück zum Start machen sollen. Das war natürlich eine große Enttäuschung für uns, aber nach der langen Wartezeit war die Motivation weiter zu fahren auch nicht mehr so groß. Also drehten wir um. Ich bog nochmal in die 2. Verpflegungsstation ein und genehmigte mir eine belegte Semmel. Da es bis zum Start zurück nur ca. 35 Kilometer waren, füllte ich meine noch halb gefüllte Radflasche nicht mehr auf.

Zurück zum Start?
Auf dem Weg zurück zum Start wurden wir von einem Renn-Organisator aufgehalten, der meinte, dass das Rennen nur unterbrochen sei und dass wir über eine Umleitung weiterfahren konnten. Wie lange diese Umleitung sein würde, konnte er uns leider nicht sagen.Einige aus unserer Gruppe machten sich trotzdem auf dem Weg direkt zurück zum Ziel. Andere fuhren das Rennen über die Umleitung weiter. Nach ein paar Sekunden des Nachdenkens, entschied auch ich mich dazu, das Rennen noch zu Ende zu fahren. Nun musste ich also versuchen, die bereits mit einigem Abstand fahrenden Teilnehmer einzuholen, um in einer Gruppe fahren zu können. Dies gelang mir relativ schnell und so ging es dann weiter mit dem Windschatten-Express, wenn auch in einer anderen Besetzung.

Die in der Zwischenzeit stark gestiegenen Temperaturen verlangten nun nach gehörigem Nachschub an Flüssigkeit und das bereitete mir mit nur einer halb gefüllten Radflasche ein gehöriges Problem. Bis zur nächsten und auch letzten Verpflegungsstelle waren es noch fast 60 Kilometer. Eigentlich viel zu weit für nur eine halbe Radflasche, aber mir blieb nichts anderes übrig, als es einfach zu versuchen. Selbst wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte, die Flasche mit Wasser aufzufüllen, so wäre meine Gruppe weg gewesen und ich war mir nicht sicher, ob es hinter uns noch eine weitere Gruppe gegeben hätte. Also, Augen und Mund zu und durch.
Ich fühlte mich soweit auch noch ganz gut. Die Kraft in den Beinen war noch vorhanden, Energiegels hatte ich auch genügend dabei und ein Biestmilch Booster sorgte für den notwendigen Koffein-Kick. Vorsorglich nahm ich auch eines der High5-Gels, um nicht einen Hungerast zu erleiden. Das Gel hat im Vergleich zu den PowerBar Gels eine viel flüssigere Konsistenz, sodass ich nur zwei kleine Schlücke aus der Radflasche benötigte.

Wann kommt endlich die Verpflegungsstation?
Die fast 60 Kilometer bis zur letzten Verpflegungsstation zogen sich extrem lang hin. Ich dachte, dass die letzte Verpflegung in Bischofshofen sei und so trank ich meine Radflasche kurz vor Bischofshofen leer. Jedoch täuschte ich mich und es dauerte noch weitere 11 Kilometer bis nach St. Johann, ehe ich wieder etwas zu trinken bekam. Am liebsten hätte ich dort ein Eisbad genommen, um mich runter zu kühlen. In Ermangelung dessen, schüttete ich mir einfach einige Becher Wasser über den Kopf. Ich trank noch einige Becher Cola und füllte meine Radflasche nochmal voll auf, bevor es in den letzten Anstieg nach Wagrain ging. Unsere Gruppe, welche bis zur Verpflegung gut harmonierte wurde durch diesen Stopp zwar gesprengt, aber dies hätte auf dem abschließenden Anstieg sowieso nicht mehr viel geholfen. Ich schaffe es zwar noch, mich an einen aus der früheren Gruppe dran zu hängen, jedoch verließen mich schon nach einem Kilometer die Kräfte in den Beinen und ich musste ihn ziehen lassen. Ich fuhr dann alleine weiter, überholte zwar noch einige Teilnehmer, war aber insgesamt recht platt. Nach diesem letzten Anstieg gesellte sich an der Wagrainer Höhe noch ein Teilnehmer zu mir. Er zog an mir vorbei und ich schaffe es, mich in seinem Windschatten dran zu heften. Wir wechselten uns ab und zu in der Führungsarbeit ab und konnten so nochmal ein recht flottes Tempo erreichen. In der letzten Ortschaft vor dem Ziel ereilte mich jedoch ein Krampf im rechten hinteren Oberschenkel. Ich musste das Tempo drosseln und meinen Mitstreiter ziehen lassen. Zwar lies der Krampf recht schnell wieder nach, aber es war keiner mehr da, mit dem ich zusammen die letzten Meter hätte fahren können.

Mit einer reinen Fahrzeit von 6:12 Stunden für 177 km und 2500 Höhenmetern kam ich dann wieder in Radstadt an. Ich schaffte es sogar noch rechtzeitig zur angebotenen Massage und freute mich danach noch über die verbliebene Zielverpflegung. Insgesamt ein schöner Radmarathon und gut organisiert. Jedoch würde ein oder zwei mehr Verpflegungsstellen nicht schaden.

Strecke des Amadé Radmarathon (166 km)
Höhenprofil des Amadé Radmarathon

Grandiose Aussicht auf das Dachsteinmassiv

Letzte Verpflegungsstation vor dem letzten Anstieg

Die letzten Höhenmeter

Endlich im Ziel
Reinigung des Rades mittels Schaukel als Radhalter

Viele Grüße

Matthias

Insgesamt kam ich auf knapp 10 Stunden Ausdauertraining.
Sport
Einheiten
Beschreibung
Schwimmen
(Build 2)
0

Radfahren
(Build 1)
2
100 km in die Arbeit und zurück
177 km beim Amadé Radmarathon (wegen Unfall mussten wir einen Umweg fahren)
Laufen
0

Rolle
0

Athletik/Kraft
0