Dienstag, 20. Dezember 2011

Mein Sportjahr 2011 - Höhen und Tiefen (Teil 2)


Challenge Roth als Zuschauer - Ein ganz besonderes Erlebnis

Im Vorfeld der Challenge Roth 2011 stand bereits fest, dass meine Firma zwei Staffeln und einen Einzelstarter für 2012 melden kann. Da ich die Radstrecke der einen Staffel übernehmen würde, war für mich klar, dass ich ein Jahr vorher an der Strecke stehen möchte, um das "Best old Race" mal live zu erleben.

Es war ein grandioser Tag:
  • Gänsehaut beim Schwimmstart
  • Höllenstimmung am Solarer Berg
  • Motivation in T2 und auf der Laufstrecke
  • Zieleinlauf mit zwei neuen Weltbestzeiten bei gigantischer Stimmung
Diesen Event live zu erleben kann ich nur jedem empfehlen. Ich freue mich schon sehr darauf, selber über diese legendäre Radstrecke fahren zu dürfen und den Solarer Berg von den Zuschauern "hochgeschossen" zu werden. Am 8. Juli ist es soweit. Bis dahin heißt es noch viel trainieren.

Mein erstelltes Video (ca. 32 Minuten) zeigt folgende Athleten: Andreas Raelert, Sebastian Kienle, Lothar Leder, James Cammeron, Michael Krell, Markus Gebele, Fritz Buchstaller, Arne DyckChrissie WellingtonRebekah Keat und Belinda Granger.



Verlängertes Triathlon Wochenende in Hamburg

Ende Mai nahm ich an einem Gewinnspiel der Firma Skins teil, bei dem es einen Startplatz für den größten Jedermann-Triathlon der Welt zu gewinnen gab. Am 06. Juni bekam ich eine E-Mail mit der Nachricht, dass ich einen Startplatz gewonnen hätte.
Ich überlegte nicht lange und meldete mich offiziell an, buchte ein Hotel und plante die gesamte Reise.
So verbrachten meine Frau und ich ein verlängertes Wochenende (Freitag bis Sonntag) in Hamburg.
Die Anfahrt am Freitag verlief bis kurz vor Hamburg ohne Probleme. Für die letzten 30 km benötigten wir allerdings dann über zwei Stunden. Da wir für den Freitag nicht geplant hatten, stellte dies kein Problem dar.
Am Samstag Vormittag gingen wir zur Ausgabe der Startunterlagen und bummelten anschließend noch über die Triathlon-Messe, bevor wir uns auf den Weg zu den Zuschauer-Tribünen machten, um dort das Profi-Rennen der Männer zu sehen.

ITU Worldcup Serie in Hamburg - Profirennen der Herren

Glücklicherweise bekamen wir einen Sitzplatz in der ersten Reihe. Direkt vor uns waren die Wechselplätze von Jan Frodeno und Jürgen Prochnow.
Es war interessant, die Profis bei der Vorbereitung ihrer Wechselzone zu beobachten. Bekanntlich lief es für Jan Frodeno nicht sehr gut, jedoch wurde er gerade deswegen bei jedem Durchlauf durch die Wechselzone frenetisch von den Zuschauern angefeuert.

Alle 73 Fotos des Profi-Rennens der Männer

Video des Profi-Rennens der Männer

Am späten Samstag Nachmittag liefen wir noch zur Pasta-Party, bei der auch die Wettkampfbesprechung für alle Teilnehmer der Olympischen Distanz stattfinden sollte. Diese fiel jedoch aufgrund technischer Probleme mit den Mikrofonen und Lautsprechern aus.

Hamburg Triathlon - Meine Generalprobe für die Mitteldistanz

Nachdem meine Jahresplanung durch den Muskelfaser-Riss etwas durcheinander geraten ist, stellte der Hamburg Triathlon nun meine Generalprobe für die Mitteldistanz dar.
Ich startete in der letzten Startgruppe der Einzelstarter um 11:10 Uhr. Eine sehr angenehme Uhrzeit und so konnte ich in aller Ruhe gemütlich Frühstücken. In unserem Hotel waren noch einige andere Triathleten untergebracht und so traf ich vor dem Hotel einen weiteren Teilnehmer und wir fuhren gemeinsam zum Check-In. Dieser verlief reibungslos und so hatte ich noch genug Zeit mit entsprechend vorzubereiten. Da ein wechselhaftes Wetter vorhergesagt war, hatte ich einiges an Kleidung dabei, um für alle Fälle gerüstet zu sein.
Um 11 Uhr durften wir ins Wasser der Binnenalster. Sehen konnte ich jedoch nicht viel. Das Wasser war extrem dunkel und auch der Himmel brachte keinen Kontrast, da dicke Regenwolken aufzogen. Ich hoffte nur, dass es auf dem Rad nicht so kalt sein würde wie beim Erdinger Stadttriathlon 2010.
Leider durften wir nicht wie die Profis vom Ponton starten. Der Wasserstart mit ca. 150 Startern in der letzten Welle war recht entspannt und so schwamm ich relativ locker los. Die Strecke bis unter die Kennedy-Brücke zur Außenalster zog sich für meinen Geschmack dann doch etwas lange hin, was ich dann auch in meiner Splitzzeit zeigte. So benötigte ich über 30 Minuten für die Schwimmstrecke. Diese katastrophale Schwimmzeit beschäftigte mich dann auf dem laaaangen Weg zu und durch die Wechselzone. Insgesamt waren es ca. 800 Meter vom Schwimmausstieg bis auf die Radstrecke. Der Wechsel verlief einigermaßen passabel.
Auf der Radstrecke ging es dann erst einmal durch ein Tunnel und durch eine Baustelle mit Engpass, an dem nicht überholt werden durfte. Danach ging es mit teilweise heftigem Gegenwind weiter und so musste ich ganz schön drücken, um mein Tempo einigermaßen halten zu können. Auf dem Rückweg lief es dafür dann durch den Rückenwind etwas besser. Nach dem zweiten Wendepunkt ging es wieder gegen den Wind und dann wieder zurück in die Wechselzone. Mit 1:13 Stunden blieb ich leider über der von mir erhofften Zeit von 1:10 Stunden. Der Wind und der doch nicht so flache Rad-Kurs ließen meine Träume einer Gesamtzeit von unter 2:45 Stunden.


Der Wechsel auf die Laufstrecke verlief dann recht gut und ich kam für meine Verhältnisse recht gut voran. Die Laufstrecke an der Außenalster entlang war recht abwechslungsreich. Ich hätte zwar etwas mehr Zuschauer an der Strecke erwartet, aber durch die vielen Wellenstarts (25 Wellen insgesamt) hat sich die Veranstaltung recht in die Länge gezogen und ich vermutete, dass viele Zuschauer schon wieder Zuhause waren.
Egal - ich kam trotzdem gut voran und blieb beim Laufen unter der von mir gedachten Zeit. Ich lief nach 2:46:53 Stunden auf dem blauen Teppich ins Ziel und blieb somit über meiner gehofften Zielzeit von 2:45 Stunden.

Zusammenfassend ist die Generalprobe weder geglückt noch mißlungen. Die verbleibenden Wochen wollte ich mich noch strikt an den Trainingsplan halten und ganz gezielt ein Tapering durchführen.

Ein kleines Highlight gab es noch beim Check-Out aus der Wechselzone. Jan Frodeno stand am Specialized Stand und gab Autogramme. Ich nutzte diese Gunst und ließ mir meine Startnummer unterzeichnen.



Firmenlauf in München - Cross-Hindernis-Sprint über 6,1 km

Nach drei Jahren Abstinenz wollte ich in diesem Jahr mal wieder am Firmenlauf in München teilnehmen. Zwar fand der Lauf nur vier Tage nach dem Triathlon in Hamburg statt, aber ich fühlte mich bereits wieder gut regeneriert.
Mein Ziel war es, deutlich unter 30 Minuten zu laufen. Dies ist mir trotz der vielen Ausweich- und Überholmanöver gut gelungen und nach 28:49 lief ich im Ziel ein. Das Tempo hätte ich auch noch etwas länger halten können. Dies gab mir dann doch die Gewissheit, dass ich eines meiner Herbst-Ziele, die 10 km in unter 50 Minuten zu laufen, erreichen würde.


Hauptwettkampf: Mitteldistanz in Erlangen - Ein voller Erfolg

Mein Hauptwettkampf war dieses Jahr meine erste Mitteldistanz in Erlangen.
Einen ausführlichen Wettkampfbericht habe ich dazu bereits veröffentlicht.


Herbstläufe (10k und Halbmarathon mit persönlicher Bestzeit)
Auch hierzu habe ich bereits einen ausführlichen Bericht geschrieben.


Knieverletzung mit Laufpause
Die in dem Herbstläufe-Bericht zum Schluss beschriebene Knie-Verletzung hat mich leider doch viel länger beschäftigt als mir lieb gewesen wäre. Der erste Doc meinte nur, dass meine Quadriceps verkürzt wären und ich diese einfach nur aufdehnen sollte. Das und noch weitere Dehnübungen zur Entlastung des IT-Bandes (ITBS) führte ich über ein paar Wochen durch, jedoch ohne wirkliche Verbesserung.
Ein zweiter Doc verschrieb mir dann Physiotherapie, bei der jedoch der Physiotherapeut auch keine eindeutige Ursache für meine Kniebeschwerden finden konnte.

So begann ich mich von meinen Laufplänen für 2012 mental zu verabschieden und mich vorerst mal nur auf's Schwimmen und Radfahren zu konzentrieren. Brustschwimmen konnte ich zwar aufgrund des Knies nicht, aber das ist auch nicht das Ziel. Auf der Rolle begann ich mit ganz lockeren Einheiten, die keine Schmerzen im Knie verursachte.

Zwischenzeitlich filmte ich meinen Laufstil und war von dem Ergebnis regelrecht geschockt. Im linken Sprunggelenk knicke ich sehr stark ein. Mein Physio untersuchte dies auch und stellte fest, dass mein linkes Fußgewölbe flacher sei als das rechte. Daraufhin zeigte er mir eine Übung zur Kräftigung der Fußmuskulatur, welche ich zusammen mit noch weiteren Kräftigungsübungen nun regelmäßig durchführe.

Die Physiotherapie ist nun beendet und ich habe das Gefühl, dass das Knie von Woche zu Woche stabiler wird. Erste Kilometer-Läufe konnte ich schon wieder ohne Schmerzen absolvieren. Das gibt Hoffnung.
Über die Weihnachtswochen werde ich nun ganz langsam die Lauf-Strecken ausbauen.
"Keep your fingers crossed".

"Ein gesunder Mensch hat viele Wünsche - ein kranker Mensch nur einen." Dieser Spruch ging mir die letzten Wochen nicht mehr aus dem Sinn und ich kann nur bestätigen, dass der Spruch sehr viel Wahrheit beinhaltet.

Bleibt gesund und keep on rolling!